Titel: Die vierte Welle!? ,

Signe Pierce

Media ist the Message

ein Gespräch mit Rosa Windt

Mit einer programmatischen Inklusion Sozialer Medien untersucht die 1988 geborene, US-Amerikanische Künstlerin Signe Pierce die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Wirklichkeit im Hinblick auf ihre Affekthaftigkeit. Auf teils drastische Weise setzt sie dabei den eigenen Körper und die eigene Identität als Medium und Projektionsfläche ein und reiht sich in einen Kontext feministischer (Perfor-mance-) Kunst, wie sie seit Beginn der 1970er Jahre von Künstlerinnen wie Valie Export, Nan Goldin, Cindy Sherman oder Marina Abramović initiiert wurde. Fragen wie „Kann ein Selfie Kunst sein? Sind die Sozialen Netzwerke nicht lediglich medienwirksame Selbstdarstellung?“ werden von Pierce trotzig und mit unzähligen Selbstporträts auf Instagram oder vor Stereotypen strotzenden Performances, Videos und Installationen beantwortet. Auf spielerische Weise bedient sich die junge Künstlerin den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters und überprüft deren Potenzial und Kritikpunkte. Wie ihre Vorreiterinnen macht sich Pierce dabei eine inszenatorische Flexibilität von Fotografie, Film, Performance und Internet zu Nutze und verkehrt eine massenmediale Tradition der Frau im Fokus des männlichen Blicks, in eine selbstreflexive und selbstbewusste Geste.

Rosa Windt: Du bezeichnest dich als „Reality Artist“, was verstehst du unter diesem Begriff und wie lässt sich „Realität“ in einem Medium wie Instagram überhaupt definieren?

Signe Pierce: „Reality Artist“ ist ein Kunstwort. Es ist aus der unzulänglichen Einordnung meiner künstlerischen Auseinandersetzung in die Kategorien von „Net Art“ und „Performance Art“ entstanden. Ich verbinde das Schlagwort „Performance“ mit einem unangenehm ideologischen Nimbus, oftmals fühlt es sich jedoch weniger an, als würde ich performen, vielmehr bin ich. Auch die…

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