Ausstellungen: Dortmund · von Sven Drühl · S. 359
Ausstellungen: Dortmund , 2001

Sven Drühl

Superman in Bed

»Kunst der Gegenwart und Fotografie Sammlung Schürmann«

Museum am Ostwall, Dortmund, 25.3. – 24.6.2001

Sammlungsausstellungen haben derzeit Konjunktur. Da die Etats der Museen immer stärker beschnitten werden und die Konkurrenz der Häuser untereinander wächst, gilt es Hochkarätiges zu zeigen, ohne sich budgetmäßig komplett zu verausgaben. Da bietet es sich an, auf eine hochwertige Privatsammlung zurückzugreifen. Das ehrt den letzten Kulturverfechter – den Sammler – und sichert der Institution meist eine spannende Ausstellung mit Werken, die man sonst unter größten Problemen aus der ganzen Welt zusammenleihen müsste. Ein attraktives Programm sichert dann wiederum ein volles Haus, welches den Anreiz für Drittmittelgeber erhöht, und so weiter. Kurz: In Zeiten, in denen die Kultur ökonomischen Zwängen unterworfen ist wie nie zuvor, verspricht das Modell der Sammlungsausstellung großartige Überblicksschauen zur Kunst der Gegenwart. Natürlich gerät das kuratorische Moment dabei ins Hintertreffen, da der Sammler zusammenträgt, was ihm ganz subjektiv gefällt oder tragfähig erscheint. Geschmack rules!

Im Fall von Wilhelm Schürmann ist das jedoch ein wahrer Glücksfall, denn der Aachener Sammler und Professor für Fotografie präsentiert in enger Zusammenarbeit mit der stellvertretenden Direktorin Rosemarie Pahlke eine ganz spezielle Ausstellungsvision, bei der Erlebtes, Erfundenes, Konstruiertes, Erzählerisches und Inszeniertes gleichermaßen in die Bestückung des Ausstellungsortes – dem Dortmunder Museum am Ostwall – einfließen.

So entstehen Erzählräume, in denen die Werke unterschiedlichster Kontexte miteinander korrespondieren, sogar die Längsachsen durch mehrere Räume hindurch sind komponiert. Da bezieht sich eine Wandarbeit zumindest noch farblich auf eine fast hundert Meter entfernte zweite, die man in der Gebäudeflucht gerade noch wahrnehmen kann. Alles…

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