Magazin: Bücher · von Cornelia Gockel · S. 413
Magazin: Bücher , 2003

Supermodernism

Architecture in the Age of Globalization

Die Architekten des Supermodernismus lieben den rechten Winkel, neutrale Formen und transparente Hüllen. Sie sind offen für neue Technologien, innovative Materialien und modernes Design. Ihre Gebäude orientieren sich nicht topographisch, nicht an der lokalen Situation, nicht an alten Traditionen, sondern sind nur sich selbst verpflichtet. „An architecture that refers to nothing and makes no appeal to the intellect, automatically prioritizies direct experience, the sensory experience of space, material and light“, schreibt Hans Ibelings. Für ihn ist der Supermodernismus die perfekte Architektur im Zeitalter der Globalisierung. Fünf Jahre ist es inzwischen her, dass der Autor seinen viel beachteten populärwissenschaftlichen Essay über die Entwicklung der Architektur geschrieben hat. Mit der neuen Ausgabe von „Supermodernism“ hat er seine Thesen aktualisiert und um ein Kapitel erweitert.

„Supermodernism“ ist erst einmal eine polemische Abrechnung mit der Postmoderne und dem Dekonstruktivismus, einer Zeit, in der europäische Architekten die Theorien von Derrida, Baudrillard, Lyotard und Deleuze mit dem gleichen Selbstverständnis lasen, wie ihre Architekturzeitschriften. „These philosophical studies may have been very rewarding; architecture itself, however, gained little from the exercise“, behauptet Ibelings. Und macht im folgenden Kapitel über die Moderne deutlich, wo gute Architektur seiner Meinung nach ihre Wurzeln hat.

Tatsächlich hat die moderne Architektur der 50er und 60er Jahre im Diskurs wieder an Bedeutung gewonnen, im gleichen Maße wie die Ideen der Postmoderne in den 90er Jahren als Auslaufmodell zu Grabe getragen wurden. Ibelings macht für diesen Trend den internationalen Stil verantwortlich, der eine universelle Verwendung von Gebäudetypologien auf der gesamten Welt ermöglicht….

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