Titel: Tropical Codes , 1986

Tropical Codes Teil 2

von Tricia Collins und Richard Milazzo

Im Schauspiel der Postmoderne reicht es für ein Objekt nicht aus, nur es selbst zu sein. Es wird gezwungen, sich in der trügerischen Entäußerung der Erscheinung zu zeigen. Ein Objekt erhält seinen Bedeutungsinhalt, indem es in doppelter Form erneut entsteht. Nichts existiert an und für sich; gleichzeitig beginnt sich alles zu ähneln. Es ist diese Gleichartigkeit, diese ironische und paradoxe Gleichartigkeit des Nicht-Ichs, eine bestimmende Gleichartigkeit, die praktisch eine Art ontologischen Standard festlegt – das Normale hat eine große (professionelle) Wirkung in der Sphäre des Scheins.

– Zur Zeit signalisieren uns eine ganze Reihe von Bildern in New York unterschwellig die Entstehung eines geeinten Amerikas.

– Ein Vorgang, der als Nachwirkung ein morbides Gefühl hervorruft.

– Die morbide Nachwirkung der allgemeinen Intellektualisierung in Amerika.

– Walter Robinsons neue „Dreh“-Bilder arbeiten wie der Logos auf diese Entäußerung in ihrer Negation hin.

– Strahlende Auren.

– Der letzte psychedelische Knopf.

– Und dann denke ich natürlich auch an Peter Nagys „Krebs“-Bilder und an ihre „Zeichen der Bösartigkeit“.

– Im Gegensatz zu den düsteren Farben in Robinsons „Dreh“-Bildern wirken Nagys photokopieähnliche Schwarzweißbilder ganz leuchtend.

– Ich muß außerdem an Annette Lemieux‘ neue Arbeit und den Kontrast ihrer Bilder zu Halleys „Tageslicht“-Bildern denken.

-Wie Robinsons Bilder, so strahlen auch Halleys Zellen und Röhren mit der Intensität des bereits festgelegten Sublimierten.

– Auf einer anderen Ebene stehen Robinsons aus der Starrheit gelöste „Drehungen“ im Gegensatz zu den strengen graphischen Elementen bei Halley.

– Im Gegensatz zu Robinson und Halley ist Lemieux‘ Arbeit resignativ und nach innen gerichtet; extrem in…

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