Ausstellungen: Bonn , 2001

Martin Seidel

Videonale 9

Ausstellung und Festival für Videokunst

Bonner Kunstverein / Künstlerforum / Gesellschaft für

Kunst und Gestaltung, 27.4. – 6.5.2001

Die Videonale Bonn war in die Jahre gekommen. Nun ist das seit 1984 bestehende älteste deutsche Video-Festival im Unterschied zu den Veranstaltungen in Karlsruhe, Osnabrück oder Berlin, aber auch zu ihrer Vorgängerin, der Videonale 8, gar kein Festival mehr. Der Kurator Søren Grammel (*1971), hatte die kluge Idee, mit der Videonale 9 das alte Konzept des Screening zu verabschieden. Statt einem hierarchischen Gefälle von im pausenlosen Hintereinander präsentierten Großbildprojektionen und dauerhaft ausgestellten Installationen gab es eine Auswahl von gerade einmal 31 Arbeiten, die in zwei täglich wechselnden Blöcken im hierarchiefreien Nebeneinander auf Monitoren und als Großbild präsentiert wurden. Auch das Raumkonzept mit von der Decke hängenden Filzstreifen, die die Ausstellungshalle des Bonner Kunstvereins in zugleich offene, transparent und doch akustisch und optisch angenehm abgeschirmte Räume unterteilten, war neu und der Veranstaltung äußerst zuträglich. Man hatte alle Zeit und Ruhe, auf Leinwand und Monitoren das anzusehen, was man wollte und zwar so oft, so lange und wann immer – innerhalb der bis 21 Uhr verlängerten Öffnungszeit – man wollte.

Natürlich prägte auch die diesjährige Bild- und Medienkunst nicht reibungslose Spielfilmästhetik, sondern digitale Eingriffe, verfremdete Farben und wechselnde Tempi; grobkörnige Bilder, gebrochene Perspektiven und verschleppte und beschleunigte Rhythmen und Bildsequenzen. Doch durch die Beschränkung der Auswahl und den Verzicht auf Installationen und CD-Roms war diesmal alles konzentrierter und ernster. Es gab weniger Spielereien, und auch Grundsatzfragen wurden kaum gestellt. Video wurde zum einst bekämpften Fernsehen.

Vieles, aber…

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von Martin Seidel

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