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Magazin: Publikationen · von Maribel Königer · S. 493 - 493
Magazin: Publikationen , 1996

Walther K. Lang:
Der Tod und das Bild

Todesevokationen in der zeitgenössischen Kunst 1975 – 1990

Gestorben worden ist immer schon, und der Tod gehörte von Anfang an ins Repertoire der Kunst. Naturgemäß hängt das Thema eng zusammen mit der Frage nach den letzten Dingen. Wie aber nimmt sich eine Kunst des Todes an, die ohne religiöses Fundament, ohne Transzendenzversprechen und – ganz praktisch gesehen – ohne verbindliche Metaphorik auskommen muß? Wie setzt die Kunst von heute den Tod ins Bild? Walther K. Lang gibt in seinem Buch ausführlich über dieses „Wie“ Antwort, allerdings nur für die Zeit von 1975-1990. Die Begründung für diese Einschränkung, darin liegt eine überraschende methodische Schwäche der in historisch-philosophischen Diskussionen sattelfesten Untersuchung, ist zugleich das Ergebnis der Studie. In der Einleitung rechtfertigt Lang nämlich die Konzentration auf den erwähnten Zeitabschnitt, weil die erneut figurative, neoexpressive Malerei sowie die Tendenz zu Mythologisierungen und Irrationalismen „die späten 70er und die 80er Jahre zu einem bevorzugten Schauplatz der bildhaften Auseinandersetzung mit Todesthemen“ machen (S.12) – und darum für die Studien des Autors schlicht am ergiebigsten sind. Am Schluß erfahren wir dann die Ergebnisse dieser Forschungen: Die Untersuchung belege, „wie sehr Tod und Todesmotive im Blickpunkt der künstlerischen Produktion der 70er und 80er Jahre stehen“ (S.267).

Innerhalb dieser tautologischen Klammer läßt Lang den Leser jedoch an einer Fülle von interessanten Beobachtungen und Deutungen teilhaben. Im wesentlichen diskutiert er die einschlägigen Arbeiten der italienischen Transavanguardia (und darunter besonders Enzo Cucchi), von Arnulf Rainer, Christian Boltanski, Anselm Kiefer, Gerhard Merz und – etwas weniger ausführlich…

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von Maribel Königer

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