Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 333
Ausstellungen: Wien , 2013

Ursula Maria Probst

Zeichen gefangen im Wunder

»Auf der Suche nach Istanbul heute in der zeitgenössischen Kunst«

MAK Wien, 23.1. – 21.4.2013

Alle scheinen zwei Finger in der Steckdose zu haben und jeder vibriert“, beschreibt Yasif Kortun, Kurator im international vernetzten SALT Beyoglu die derzeitige Situation in Istanbul. Als Mega-City ist Istanbul ein Magnet für internationale Künstler und Künstlerinnen. Generationsübergreifend nehmen 33 KünstlerInnen an der Ausstellung „Zeichen gefangen im Wunder. Auf der Suche nach Istanbul heute in der zeitgenössischen Kunst“ teil, die in Istanbul, oder in anderen Regionen der Türkei leben und arbeiten, ergänzend zeigt die Schau auch internationale KünstlerInnen, die Arbeiten zu Istanbul produzierten.

Inspiriert ist „Zeichen, gefangen im Wunder“ von einem Aufsatz von Homi K. Bhabha, der sich mit dem Moment des Wunders und des Erstaunens im Zusammenhang mit Sprache und Kultur befasst. Das Literarische bietet dabei die Möglichkeit einer Annäherung in der Hinterfragung von Narration und Sprache als Thema der Kunst. Im Gegenzug zu den durch einschlägige Medien hochgeschaukelten Islamophobien und Panikmachereien populistischer Parteien wirft die von Bärbel Vischer und Simon Rees kuratierte Ausstellung in der Gestaltung ihres Settings und Displayisierung integrative, geo- und religionspolitische Aspekte auf, die im bisherigen Ost-West-Diskurs vernachlässigt blieben. Kunst und Kultur bilden hier auch Ressourcen und Handlungsoptionen zur Bewältigung existierender Probleme. Dort wo andere Initiativen und Institutionen versagen, wird ihr die Macht urbaner Regeneration und sozialer Integration zugeschrieben.

Unmittelbar nach Betreten der Ausstellung treffen wir in der zentralen Halle auf die raumgreifende Installation „Re-Illumination“ (2013) von Cevdet Erek, die als Intervention auf die…

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