Ausstellungen: Düsseldorf , 2001

Sven Drühl

Zero Gravity

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf,

21.4. – 17.6.2001

Nachdem Raimund Stecker den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen verlassen und sich mit dem Arp-Museum Rolandseck ein neues Wirkungsfeld erschlossen hat, richten sich derweil viele Blicke gespannt gen Düsseldorf, denn dort muss die neue Leiterin Rita Kersting zeigen, was sie kann bzw. welche Spielarten bildender Kunst in Zukunft in den renommierten Räumen zu sehen sein werden. Und das schneller als geplant. Aufgrund der Verzögerung der vorgesehenen Gebäudesanierung hat Kersting nun die Möglichkeit, mit einer ersten Ausstellung an die Öffentlichkeit zu treten. Innerhalb kürzester Zeit hat sie in Zusammenarbeit mit Anette Freudenberger eine Schau mit dem beinahe programmatisch anmutenden Titel „Zero Gravity“ organisiert.

Das Konzept der Ausstellung ist mutig und weist in die richtige Richtung, denn es arbeitet an der längst fälligen Überwindung des letzten Ismus (oder der größten Krankheit) der Moderne – des Kuratismus. Kersting präsentiert eine thematische Gruppenausstellung, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie offensichtlich keine thematische Gruppenausstellung mehr sein will. Das Thema ist entsprechend unpräzise gewählt (man könnte letztlich jede Position darunter fassen). „Zero Gravity“ – keine Bodenhaftung oder: es gibt keine Verbindlichkeiten und Utopien mehr. Gesellschaftsentwürfe haben ausgedient, Individualität und Subjektorientierung sind neben Ökonomie und Image die neuen Götter der polytheistischen Gemeinde. Demgemäß präsentieren die Kunstwerke auch nur noch am Rande Utopisches. Individuelle Geschichtsschreibung, Realitätskonstrukte und Privatmythologien stehen im Vordergrund.

Auch das Zusammenspiel der insgesamt 18 Künstlerpositionen scheint sekundär. Diese reichen von internationalen Stars wie Martin Kippenberger, Georg Herold, Wolfgang Tillmanns, Isa Genzken und Heimo Zobernig…

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