Biennalen: 17. Biennale von Sydney · von Uta M. Reindl · S. 354
Biennalen: 17. Biennale von Sydney , 2010

17. Biennale von Sydney

»The Beauty of Distance: Songs of Survival in a Precarious Age«

von Uta M. Reindl

The Beauty of Distance“ hießen die Ausstellungen von David Elliott aus seiner Zeit als Museumsleiter in Stockholm und Tokyo. So machte er als Kurator der diesjährigen Sydney Biennale die siebzehnte Ausgabe der australischen Großveranstaltung zur dritten Station seiner Ausstellungsserie, die sich als Statement gegen den kulturellen Eurozentrismus verstanden, der es um die gleichberechtigte Präsentation von Weltkunst sowie deren angemessene Wahrnehmung geht. Doch verlieh der Brite der australischen Großveranstaltung eine weitere politische Nuance mit dem Zusatz „Songs of Survival in a Precarious Age“, zu Deutsch in etwa „Überlebenslieder in einer kritischen Zeit“, womit der Kunst eine besonders konstruktive Kraft zugeschrieben sein soll. Zu diesem Untertitel hatte sich der Musikliebhaber Elliott von dem experimentellen Filmemacher und Anthropologen Harry Everett Smith inspirieren lassen. Daher akzentuierte die Sydney Biennale in 2010 Musik und ethnische Kunst in den Werken von 166 Künstlern – mit einem deutlichen Anteil von europäischen und in Berlin lebenden Künstlern. Und gemäß dem Prinzip solcher Großschauen waren die Werke stadtgreifend im Innen- und Außenraum Sydneys öffentlicher Sphäre zu sehen: im Museum für Zeitgenössische Kunst (MCA), an der Anlegestelle 2/3, in der Sydney Oper, der Art Gallery von North South Wales (Grand Court), im Artspace, in den Royal Botanic Gardens und nicht zuletzt auf Cockatoo Island.

Und vom metropolitanen Getriebe fürwahr entrückt, etwa eine Viertelstunde mit der Fähre vom Zentrum Sydneys entfernt, beeindruckte dieser ungewöhnliche Ort doch sehr, vermochte sich jedoch manche Kunst schwer gegen die…

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