Claudia Wahjudi / Fotos: Wolfgang Träger
2. Berlin Biennale
20.4. – 20.6.2001
Diesmal ist alles anders. Gut dreißig Besucher sitzen am Eröffnungstag im Dunkeln, haben Platz genommen auf Klappbänken, die aus einem Hörsaal stammen könnten, hocken auf dem Boden, stehen an den Wänden. Sie schauen auf eine Leinwand, auf der kaum mehr zu sehen ist als eine Wiese und bewaldete Hügel, über die Nebel zieht. Und sie hören jene Sage, die der Künstler Joao Penalva zwei unsichtbare Wanderer während ihrer Rast erzählen lässt. Auf Japanisch. Ganz still sind die Besucher, lassen die klaren Stimmen auf sich wirken und verfolgen die englischen Untertitel mit der Geschichte von der Bauerntochter, die in einen Fuchs verzaubert wurde. Erst als der Wanderer das Ende der Sage verrät, löst sich die Spannung, und die Zuschauer verlassen das Kabinett. Offensichtlich hat man Zeit auf der diesjährigen Berlin Biennale.
Das sah 1998 ganz anders aus. Da drängten sich die Eröffnungsgäste durch Kunst-Werke, Postfuhramt und Akademie der Künste, als hätten sie selbst die Aufgabe, das damalige Motto „Berlin/Berlin“ zu inszenieren. Die Stadt taumelte im Hauptstadtwahn, die Erwartungen an die Biennalenpremiere waren hoch. Parties, Clubambiente und ein Kongress trugen dazu bei, die Selbstdarstellung der Berliner Szene so aufgeregt wie möglich auf die Bühne zu bringen – es präsentierten sich, so das zweifelhafte Auswahlkriterium, vor allem Künstler aus der Stadt oder solche, die einmal dort gelebt und das Kunstgeschehen geprägten haben. „Love Parade der Künste“ spotteten manche, der Kater war groß.
In diesem Jahr herrscht Gelassenheit. Nicht das Socializing steht im Vordergrund, sondern…
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