Ausstellungen: Berlin · S. 262
Ausstellungen: Berlin , 1988

Angelika Stepken

6 Richtige

Thomas Emde, Christoph Hildebrand, Axel Lieber, Frank Wiebe, Werner Zein, Georg Zey

Monumentenstr. 24, 1/61, 23.4. – 8.5.1988

Bereits mehrfach wurde der 500-mKeller Inder Monumentenstraße in Berlin als Ausstellungsraum genutzt. Nicht zuletzt aufgrund dieser Benutzung holte er sich inzwischen den Namen „Kreuzberger Katakomben“ ein. Die unterirdische verwitterte, frühindustrielle Architektur verleitete Künstler zu mystischen/mystifizierenden Angleichungen an den Raum und/oder zur Inszenierung von Schmutz und Hygiene. Schon allein wegen ihrer „sachlichen“ Auseinandersetzung mit diesem vielfach geprägten Ort hätte die Ausstellung der „6 Richtigen“ Aufsehen erregen können. Darüber hinaus bot sie eine für Berliner Verhältnisse immerhin ungewöhnliche Konstellation von jungen Künstlern, die vom lokal-koloristischen Mainstream kaum je hochgeschwemmt würden.

Die Einladungskarte zur Ausstellung zierte ein unausgefüllter Lotto-Schein mit dem fetten Aufdruck „6 RICHTIGE“. Ein Titel voller Selbstironie, der gleichzeitig auch anielt auf den möglichen gemeinsamen Nenner dieser Gruppe von Künstlern, die sich eigentlich nicht als „Künstlergruppe“ versteht. Freundschaftliche Beziehungen verbinden sie untereinander und standen am Anfang des Ausstellungskonzepts. Allen gemeinsam ist zudem ihr Jahrgang – 1959/60 – und die Tatsache, daß sie – bis auf Axel Lieber -an der Berliner HdK studierten/studieren. Als gemeinsamer künstlerischer Nenner ließe sich der Ausruf „Zurück zur Wirklichkeit“ zitieren. Mit Ausnahme des Malers Frank Wiebe arbeiten alle an der Transformation von bekannter Optik in neue Objekte. Der Umgang mit dem jeweiligen (banalen) Material ist sehr unterschiedlich, doch immer bestimmt durch diesen Transformations- und Vermittlungsprozeß.

Ins Auge sticht zunächst – noch geblendet vom Licht über Tage – ein grelles Bodenobjekt, das sich 46 Meter lang quer durch den vorderen Raumbereich zieht,…

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