Ausstellungen: Duisburg , 1988

Raimund Stecker

Wilhelm-Lehmbruck – Stipendiaten 1986 -1988

Valeria Sass – Heike Pallanca – Jochen Fischer
Wilhelm-Lehmbruck-Museum, 28.2 – 4.4.1988

Seit 1977/78 gibt es in der bundesdeutschen Stipendienlandschaft auch das Duisburger „Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium“, das, wie es im Vorwort des ersten Kataloges heißt, „zur Förderung junger Künstler gestiftet“ wird. Neben dem ein künstlerisches Lebenswerk anerkennenden „Lehmbruck-Preis“ – der letzte wurde an Joseph Beuys kurz vor dessen Tod verliehen, was bewirkte, daß seither Duisburg einer der meistgenannten Orte ist, wenn über den niederrheinischen Künstler geschrieben oder geredet wird – soll dieses Förderstipendium die Kunst des 1881 in Duisburg geborenen Wilhelm Lehmbruck erinnern.

Anfänglich, als es der Stadt, in der zumeist die Produkte hergestellt werden, die dann von Düsseldorf aus verkauft und in jener City verwaltet werden, noch finanziell besser ging, gab es vier vergebene Stipendien. Doch mit fortschreitender Verschuldung und steigender Arbeitslosigkeit wurden ab 1984/86 nur noch drei ausgelobt. Daß ein solches Stipendium auch der ausrichtenden Stadt zur Ehre gereichen kann, steht außer Frage. Aber das Sympathische an Duisburg ist, daß hier der alte Wahlspruch der Öffentlichkeitsarbeit ausschließlich mit Zusatz gilt: „Tue Gutes und sprich drüber – innerhalb Duisburgs“.

So ist es nicht weiter verwunderlich, daß in der ansonsten hervorragend von einer Arbeitsgruppe der Gießener Kunstgeschichtsabteilung zusammengestellten „Dokumentation“ im Katalog zur Ausstellung „Kunst in der Bundesrepublik Deutschland 1945 -1985“, das Duisburger Stipendium keine Auflistung erfährt. Provinzialität? Einige der Stipendiaten der letzten Jahre sehen diese Eigenschaft als eine der vorherrschendsten Duisburgs, andere wiederum haben von der mittlerweile auch Düsseldorfer Künstler in Anspruch nehmenden Möglichkeit Gebrauch gemacht, eines der angebotenen Ateliers…

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