Ausstellungen: Solothurn · S. 250
Ausstellungen: Solothurn , 1988

Johannes Meinhardt

Dieter Roth

Zeichnungen

Hamburger Kunsthalle, 5.12.1987 -17.1.1988
Graphische Sammlung, Staatsgalerie Stuttgart, 6.2. – 20.3.1988
Kunstmuseum Solothurn, 9.4. – 29.5.1988

„Ja, wo diese Musik tönt, da, da, jajaja, da sterben alle Leute wie die Fliegen – dieser böse Wunsch ist meiner nicht, doch vielleicht doch, vielleicht doch?“ Splittersonate (für Klavier und Stimme), 1980 – 85.

In dieser umfangreichen Ausstellung, der ersten Retrospektive der Zeichnungen von Dieter Roth, werden die grundlegenden und im Grunde liegenden Produktionsverfahren faßbar, aus denen sich alle Zweige des ausgebreiteten Werkes, sowohl die performativen (Musik, Film, Video, Performance) als auch die gegenständlichen Kunstwerke (Bücher, Objekte, Collagen, Bilder, Zeichnungen) speisen. Die Ausstellung, die mit frühesten akademischen Zeichnungen 1944 einsetzt und bis heute reicht, läßt jenen verborgenen, aber wesentlichen Verknotungspunkt deutlicher werden, in dem die weit auseinanderliegenden Werkteile ihre gemeinsame Wurzel besitzen und der deren generativer Punkt ist. Schon die Gleichzeitigkeit von performativen Akten und Kunstwerken deutet darauf hin, daß das Verfahren selbst einen wichtigen Stellenwert gegenüber dem Produkt innehat, doch zeigen dies die Zeichnungen selbst ganz explizit. Wenn man das Frühwerk beiseite läßt, die realistischen Zeichnungen bis etwa 1955 und die konstruktivistischen Zeichnungen der zweiten Hälfte der 50er Jahre, findet man schon tim 1960 die ersten Arbeiten, in denen Verfahren gegenüber dem Ergebnis einen autonomen Stellenwert gewinnt: vor allem die „Stupidogramme“, karierte Seiten, deren Karos alle einen gezeichneten kleinen Kreis enthalten; die Kreise aber werden von einer willkürlichen und regellosen Linie umfahren, so daß sich irgendeine kontingente Form ergibt. Dieses Vorgehen funktioniert nur, wenn es in fortlaufenden Reihen angewandt wird, wenn die…

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