Ausstellungen: Stuttgart , 1988

Johannes Meinhardt

Mark di Suvero

Württembergischer Kunstverein , 11.5. -10.6.1988

Der umfangreiche Werküberblick der Arbeiten von Mark di Suvero (geboren 1933) zeigt Skulpturen von seinem Beginn 1959 bis heute, aus fast 30 Jahren, und belegt alle Phasen der Werkentwicklung. Über die ausgestellten Skulpturen hinaus sind acht übergroße Skulpturen in der Nähe des Kunstvereins im Stuttgarter Schloßgarten aufgestellt (die höchste von ihnen ist fast 23 m hoch). Der Katalog umfaßt sinnvollerweise auch ein

Werkverzeichnis und belegt alle Arbeiten mit Photos. Ergänzt werden die Skulpturen in der Ausstellung durch etwa 100 Zeichnungen, weitestgehend Werkskizzen. Einige Gemälde aus jüngster Zeit, malerisch nur beschränkt interessant, erhellen di Suveros Verständnis der zentralen „Knoten“ oder „Geflechte“ seiner neueren Skulpturen.

Im ersten Jahrzehnt seiner Arbeit (1959 bis etwa 1967) durchläuft di Suvero verschiedene Phasen, die unterschiedliche Einflüsse spürbar werden lassen, denen er jedoch sehr schnell eigene Formulierungen abzugewinnen versteht. Einige Hände aus Bronze, die an Rodin erinnern (1959), werden schon 1962/63 fast ironisch auf das Thema des Griffs und Zugriffs gerichtet: Bronzehände, die reale Baumaterialien, Balken oder Bretter, fest ergreifen, den nichtästhetischen, funktional-haptischen und nicht oberflächentaktilen Zugriff auf reale und serielle Materialien vorführen. Die sonstigen frühen Arbeiten dieser ersten Jahre konstruieren chaotische, in abwegigen Winkeln und Diagonalen zusammenmontierte Skulpturen aus Balken, Holztreppen, Fässern, Rohren, Ketten und Seilen, irrationale Konstruktionen aus gebrauchtem Material aus Abrißhäusern. Daran schließen sich 1961 bis 1965 kleinere Arbeiten an, die mit Hilfe von Stahlbändern und Rohren, die beliebig verformt werden, und einem erweiterten Repertoire von Stühlen, gebogenen Flacheisen, schräg abgesägten Balken, Doppel-T-Trägern und zu wilden Schleifen gebogenen Rundstählen…

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