Ausstellungen: München · von Michael Hauffen · S. 406
Ausstellungen: München , 2001

Michael Hauffen

Ann Veronica Janssens

»Work for Space«

Kunstverein, München, 17.3. – 6.5.2001

Nebelmaschinen haben sich als begleitende Maßnahme der Eventkultur bereits seit einiger Zeit etabliert. Einen solchen Bühneneffekt zusammen mit ein paar wirkungsvoll platzierten Scheinwerfern in einen Museumsraum zu transferieren, könnte so banal erscheinen wie viele andere minimalistische Readymades, die sich momentan modischer Accessoires bedienen. Die Frage ist aber, wie derartige Übernahmen im Kunstkontext funktionieren, bzw. ob dabei etwas zur Geltung kommt, das anderswo latent bleibt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ann Veronica Janssens Installationen stellen sehr wohl ein Ereignis primordialer Qualität dar, und sind nicht nur Verweise, sei es auch auf die besten Momente popkultureller Bewegungen. Immerhin wurde ja das Bühneninstrumentarium schon im Rahmen der Techno-Kultur in den gemeinsamen Aktionsraum aller Beteiligten geholt und entsprach damit dem Wunsch vereinzelter Subjekte nach kollektiver Entgrenzung.

Als entscheidender Unterschied zu diesem Disco-Phänomen fällt jedoch gleich beim Betreten der beiden Nebelinstallationen im Münchner Kunstverein auf, dass sie mangels musikalisch rhythmischer Gegenstücke die BesucherInnen in eine völlig andere Temporalität versetzen. In der Arbeit Représentation d’un corps rond 2 wird die Situation bestimmt von einem sich sehr langsam um die eigene Achse drehenden hohlen Lichtkegel. Dieser ist horizontal gelagert und geht wie der Umriss einer Projektion von einem Punkt aus, der den Eintretenden genau gegenüber liegt. Infolge des Nebels bleibt die Geometrie dieser Lichtskulptur jedoch vage und verstärkt damit die irritierende Blendwirkung bis zu jener Grenze, wo die räumlich-körperliche Wahrnehmung zu kollabieren droht. Dieses Geschehen ist beunruhigend und einnehmend zugleich, es versetzt diejenigen, die sich darauf einlassen, mitten hinein…

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