Kunstforum-Gespräche ,

Another Herstory

Die Sammlerin und Strafverteidigerin Alexia Stuefer über Aufwertung und Entmystifizierung des Feminismus-Begriffes

im Gespräch mit Ursula Maria Probst

Alexia Stuefers Leben, ihr Wirken als Strafverteidigern und ihre Sammlungstätigkeit sind nicht vom Politischen, ihrem Einsatz für Migrationsfragen und gegen Diskriminierung zu trennen. Die konsequente Ausrichtung ihrer Sammlung auf Künstlerinnen gestaltet sich zu einer feministischen Positionierung. Ihre Aktivitäten bilden eine couragierte Gegenreaktion auf das Faktum, dass wichtige gesellschaftsgestaltende Bereiche nach wie vor machtpolitisch von Männern dominiert werden. Multidisziplinäre, performative Arbeiten, Videos, Film, Collagen, Malerei und Zeichnungen von Künstlerinnen wie Renate Bertlmann, Monica Bonvicini, Marlene Dumas, Yael Bartana, Katrina Daschner, Tracey Enim, Nilbar Güres, Maria Lassnig, Eva Schlegel, Dorit Margreiter, Şükran Moral, Lisl Ponger, Cindy Sherman, Carolee Schneemann, Lucy Stahl, Trude Fleischmann, Martha Jungwirth oder Toni Schmale finden ebenso Eingang in die Sammlung wie diskursive Formate.

Ursula Maria Probst: Was bildete für Sie den Anlass dafür Kunst zu sammeln? Durch Ihre politischen Ambitionen unterscheiden Sie sich von Sammler_innen die nach ihrem Geschmack oder Überlegungen des Investments vorgehen.

Alexia Stuefer: Einen Anlass zum Sammeln kann ich nicht wirklich ausmachen. Ich verspürte eines Tages eine bisher nicht gestillte Leidenschaft zum Sammeln. Die Entscheidung, mich auf Kunst von Künstlerinnen mit feministischem Ansatz zu konzentrieren war instinktiv und logisch zugleich. Der weibliche Körper und das Frausein waren noch nie so politisiert wie heute. Die gegenwärtige Kunstwelt wird von meist weißen Männern gehaltenem Kapital gesteuert, wovon hauptsächlich lebende männliche Künstler profitieren. Diesen Kreislauf patriarchaler Wirkungsmacht, der sich in vielen anderen Lebensbereichen wiederfindet, durchbricht meine Sammlung. Die Arbeiten der…

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von Ursula Maria Probst

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