Ausstellungen: Quadriennale Düsseldorf · von Amine Haase · S. 390
Ausstellungen: Quadriennale Düsseldorf , 2010

Quadriennale Düsseldorf

Amine Haase

Blick zurück nach vorn

»Kunstgegenwärtig« – ein Ausstellungsreigen,September 2010 bis Januar 2011

»Neue Alchemie – Kunst der Gegenwart nach Beuys«, Landesmuseum Münster, 19.9. 2010 – 16.1.2011

Wer erinnert sich nicht gerne an gute Zeiten? Dazu muss die Gegenwart nicht einmal schlecht sein. Erinnern verleiht der Vergangenheit per se einen milden Glorienschein, weißer Nebel, wunderbar. Düsseldorf kann sich glücklich schätzen: Die Stadt hat eine Kunst-Vergangenheit und die finanziellen Mittel, um der Erinnerung an die sechziger, siebziger, achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ein museales Denkmal zu setzen. Das tut die zweite „Quadriennale“ mit Bravour. Der General-Titel „kunstgegenwärtig“ ist ein leicht in die Irre führender Neologismus. Könnte man das Adjektiv doch mit dem Substantiv Gegenwartskunst in Verbindung bringen. Die aber ist nur partiell gemeint. Offenbar gefällt sich die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt in Sprach-Paradoxien. So lautet der Untertitel einer hübschen kleinen Begleitbroschüre „Erinnerungen an die Gegenwart“. Darin lassen Künstler und Kunstfans von Gabriele Henkel bis Johannes Stüttgen Düsseldorfs Kunstvergangenheit wieder aufleben.

Die Heroen der frühen Jahre sind bekannt. Im Zentrum steht, wie könnte es anders sein im Düsseldorf von heute: Joseph Beuys (1921-1986). Ihm ist die zentrale Ausstellung, in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20, gewidmet. Kuratoren sind Marion Ackermann und Isabelle Malz, die neue Direktorin der Kunstsammlung und ihre Mitarbeiterin. Dass es im Düsseldorf der siebziger Jahre anders um Beuys bestellt war – dass der unkonventionelle Professor von der Kunstakademie flog, dass der verstörende Künstler keinen nennenswerten Museums-Auftritt in seiner Heimatstadt erhielt – sieht man der Ausstellung nicht an. Im Museum Kunstpalast hat Beuys’ Fluxus-Freund Nam…

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