Ausstellungen: Kassel/München · von Dirk Schwarze · S. 416
Ausstellungen: Kassel/München , 1996

Dirk Schwarze

Collaborations

Warhol – Basquiat – Clemente

Museum Fridericianum Kassel, 4.2. – 5.5.1996

Museum Villa Stuck, München, 25.7. – 29.9.1996

Das Tagebuch, das Andy Warhol in seinem letzten Lebensjahrzehnt führte und das posthum von Pat Hackett herausgegeben wurde (Verlag Droemer Knaur, München, 1989), ist 742 Seiten dick. Es ist ein geschwätziges Tagebuch, in dem der begehrte Pop-Künstler penibel über Einladungen, gesellschaftliche Treffs, Klatschgeschichten, Taxi-Rechnungen und Künstler-Begegnungen Buch führt. Man erfährt viel darüber, wie der Prominente die Nähe der Prominenten sucht, wie er genauestens und empfindlich registriert, wenn andere Künstler stärker ins Rampenlicht treten oder mit ihren Bildern höhere Preise erzielen, und wie einsam er in dem New Yorker Kunstszenen-Gewusel ist.

Das Tagebuch verrät aber wenig über den Künstler Warhol. War er in seiner Kreativität zu jener Zeit so ausgebrannt, daß er nur noch wie eine Reproduktionsmaschine funktionierte? Oder berührten für ihn die wirklich künstlerischen Fragen zu jener Zeit eine Ebene, die mit den Äußerlichkeiten des Kunstbetriebes und seiner aufgeregten Atmosphäre nichts zu tun hatte? Selbst wenn Warhol Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre seine eigentlich schöpferische Phase hinter sich gehabt hätte, spricht manches dafür, daß er das Tagebuch nicht nutzte, um sich wirklich mitzuteilen. Die eigentlichen Gedanken, Gespräche und Entwicklungen jener Jahre finden sich zwischen den roten Buchdeckeln nicht wieder.

Daher ist auch nicht genau auszumachen, was ihm die Begegnung und zeitweise Zusammenarbeit mit Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente in den Jahren 1983/84 und 1985 bedeutete. So ist beispielsweise unter dem 20. Dezember 1983 nur knapp zu lesen: „Jean Michel kam ins Büro, war…

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