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Titel: Künstlerpaare · S. 226 - 227
Titel: Künstlerpaare , 1990

Dialoge – Künstler sehen eine Sammlung

AARGAUER KUNSTHAUS AARAU 13.8.-9.9.1989

Wenn zeitgenössische Künstler mit historischen Werken in einen Dialog treten, dann entsteht zwischen Alt und Neu zweifellos eine Partnerschaft. Die „Dialoge“ können zeigen, wie bei der partnerschaftlichen Arbeit mit der Vergangenheit in der Gegenwart auch die Zukunft mit gemeint sein kann. Die Kluft zwischen den Zeiten hebt sich dabei in einer Ästhetik des simultanen Seins als Bewegung im Raum auf.

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Die Aargauer Sektion der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA), eine für schweizerische Verhältnisse große Sektion von bis zu 90 Mitgliedern, ist berechtigt, alle fünf Jahre im Aargauer Kunsthaus auszustellen. Aber 1979 wurde diese Tradition zum letzten Mal nach dem üblichen Modus fortgeführt: Jeder und jede zeigte nach freiem Gutdünken so viele Werke, wie zulässig war, einfach kraft der Tatsache, daß er (oder sie) der GSMBA angehörte. Solchen Kollektivausstellungen fehlt stets der Biß.

Seither geht man thematisch und nach Konzept vor. Der erste Versuch stand im Zeichen von „Vision und Utopie“ (1984). Die 1989er Manifestation trug den Titel „Dialoge – Künstler sehen eine Sammlung“. Sie traf gleichsam zwei Fliegen auf einen Schlag, denn sie berücksichtigte auch das dreißigjährige Jubiläum des Aargauer Kunsthauses. Dieses hatte seine „schönsten Stücke“ hervorgeholt (wegen Platzmangels ist ja stets nur ein Bruchteil der Sammlung zugänglich), wobei sie auch gleich in einer zeitgemäßen „Aufarbeitung“ und Interpretation beleuchtet wurden. Denn die Spielregel der Ausstellung verlangte von den teilnehmenden Künstlern, sich aus der Sammlung einen Dialogpartner auszuwählen, einen Vater (Mütter habe ich keine bemerkt), eine Identifikationsfigur, einen Gegensatz, um sich an ihm…

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