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Magazin · S. 511 - 512
Magazin , 1989

Die Dinge, die wir jetzt entscheiden, müssen für Generationen Bestand haben

Thomas Wulffen sprach mit Professor Wolf-Dieter Dube,

Direktor der Staatlichen Museen Preussicher Kulturbesitz in Berlin

T.W.: Innerhalb des Museumsbooms der letzten Jahre ist der Umbau des Hamburger Bahnhofs wohl das letzte große Projekt, das zur Realisierung noch ansteht. Wie sehen sie als Direktor der Staatlichen Museen Preussischer Kulturbesitz den Umbau im Kontext dieser anderen Bauten?

W.-D.D.: Nun, erstmal plant München eine Erweiterung seiner Staatsgemäldesammlung, dann faßt Stuttgart eine Erweiterung seiner Staatsgalerie ins Auge. Die Projekte in Bremen und Aachen sind bekannt, Hamburg ebenso. Das Berliner Projekt ist eines unter anderen.

T.W.: Als ein dediziertes Museum für zeitgenössische Kunst ist das Projekt in Berlin aber hervorgehoben.

W.-D.D.:Das kann man so sagen. Ich würde es nicht so sehen, weil ich gerne abwarten will, wie sich die Dinge entwickeln. Unser Projekt unterscheidet sich von dem, was ich von den anderen Städten weiß, einfach durch die Konzeption. Wir, das heißt die Staatlichen Museen Preussischer Kulturbesitz, haben mehrere Museen, die Gegenwartskunst sammeln. Da ist natürlich die Nationalgalerie, da ist genauso das Kupferstichkabinett zu nennen, es gibt die Kunstbibliothek und das Kunstgewerbemuseum. Unsere Vorstellung ist nun aus diesen vier Sammlungen die entsprechende Komplexe im Hamburger Bahnhof zu präsentieren, sodaß die traditionelle Aufteilung in Sparten oder Gattungen in der Präsentation für das Publikum überwunden wird. Das scheint mir das Wichtige und das Vorbildliche.

T.W.: Mit dieser Konzeption verbindet sich dann auch eine Kritik an dem gewohnten Museumskonzept?

W.-D.D.:Ja, ich bin überzeugt, daß das Gattungsmuseum nicht weiter gepflegt werden wird, wenn man einen Blick in…

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