Gespräche mit Künstlern · von Magdalena Kröner · S. 208
Gespräche mit Künstlern , 2018

Dorian Gaudin

Ich mag es, wenn die Technik sichtbar bleibt und trotzdem etwas Magisches passiert.

von Magdalena Kröner

Der 1986 in Paris geborene, französisch-amerikanische Künstler Dorian Gaudin lotet in seinen kinetischen Arbeiten die Spannung aus Statik und Bewegung, Kontrolle und Zufall aus. Seine Arbeiten kreisen stets um die Anwendung von Bewegung und deren Auswirkungen: ob in Form einer kollabierenden Wand, die er im Jahr 2013 in einer Gruppenschau bei Balice Hertling in Paris zeigte oder einem unkontrolliert rollenden Zylinder in seiner ersten New Yorker Einzelschau „Jettison Parkway“ in der New Yorker Galerie Natalie Karg im Jahr 2016. Für die Kabinettausstellung „Rites and Aftermath“ im Frühjahr 2017 im Pariser Palais de Tokyo baute er einen komplexen Maschinenpark auf, in dessen Zentrum eine Apparatur mit einem zwölf Meter langen Blatt aus dünnem, elastischen Federbandstahl stand, das in unregelmäßigen Abständen in Bewegung versetzt wurde.

Dorian Gaudin, Sohn des Choreographen Jean Gaudin und der Tänzerin Sophie Lessard, der 3D-Animation studierte, bevor er zur Kunst wechselte, zeigte in seiner ersten deutschen Berliner Einzelausstellung in der Galerie Dittrich & Schlechtriem im Frühjahr 2017 eine Performance. Deren skulpturales Zentrum, ein fragiles Gitarrenobjekt aus genietetem Aluminium und Polyurethanschaum, wurde dabei von ihm selbst zerstört. Mit dem Moment der Zerstörung spielen auch Gaudins Wandobjekte: das dünne Aluminium der Bildkörper wird zerknüllt wie Papier; Kratzer und Risse werden zu gestischen Eintragungen, die durch farbiges Eloxieren oder den Auftrag von Chrom betont werden. Auch diese Objekte bilden physische Einwirkungen unmittelbar ab.

Magdalena Kröner: Ich würde gern mehr wissen über „Rites and Aftermath“, deine Ausstellung im…

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