Titel: Museumsboom - II. Museum global · von Heinz Schütz · S. 122
Titel: Museumsboom - II. Museum global , 2018

Perspektivwechsel

Von der Tate Modern, London zum M+, Hongkong

Ein Gespräch mit Lars Nittve von Heinz Schütz

Das weltweit wachsende Interesse an zeitgenössischer Kunst geht einher mit einem vor allem in China zu konstatierenden, sprunghaften Anstieg von Museumsgründungen. Lars Nittve, unter dessen Leitung die Tate Modern eröffnet wurde, betreute die letzten Jahre in Hongkong als Exekutivdirektor den Aufbau des Museums für Visuelle Kultur M+. Es stellt sich die Frage nach den programmatischen Zielen, den künstlerischen, kulturellen und politischen Implikationen von Nittves Museumsarbeit in Europa und China.

Heinz Schütz: Die Eröffnung, der Tate Modern im Frühjahr 2000 wird heute in England als eine Zäsur im Umgang mit zeitgenössischer Kunst betrachtet. Was ist geschehen?

Lars Nittve:Tate Modern kann man als ein Ereignis verstehen, das sich zuerst einmal innerhalb des Vereinigten Königreichs abspielte. Tate Modern wirkte wie ein Katalysator und wurde zu einem öffentlichen Symbol für einen Wandel des Verhältnisses der britischen Gesellschaft zur zeitgenössischen Kunst. Darüber hinaus entstand durch die Geburt der Tate Modern in der internationalen Museumslandschaft ein weiterer großer europäischer Player, der anders funktioniert als etwa das Center Pompidou und der nicht zuletzt ein Gegengewicht zu einigen großen, amerikanischen Museen darstellt.

Tate Modern wirkte wie ein Katalysator und wurde zu einem öffentlichen Symbol für einen Wandel des Verhältnisses der britischen Gesellschaft zur zeitgenössischen Kunst.

Bereits im ersten Jahr kamen um die fünf Millionen Besucher. Wie veränderten sich dabei Besucherstrukturen, Rezeptionshaltungen und damit auch die Funktionen des Museums? Überlagert die Funktion als sozialer Treffpunkt womöglich das Interessse an der Kunst?

Es ist immer schwer zu…

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