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Magazin: Galerien & Auktionshäuser · S. 414 - 414
Magazin: Galerien & Auktionshäuser , 1990

Christian Huther
Dornröschenschlaf ist noch nicht vorbei

FRANKFURTER GALERIE LOEHR BESTEHT SEIT 30 JAHREN

Dorothea Loehr blickt auf dreißig Jahre Galerietätigkeit in Frankfurt zurück. Da lohnt es sich, in gleich vier Ausstellungen nicht nur Rückblick zu halten, sondern auch eine Vorschau auf das zu machen, was vielleicht kommt. Das Ganze dauert, Sommerpause eingerechnet, fast ein Jahr. Dorothea Loehr galt weit über Berlin hinaus als erste Adresse für internationales Design, als sie 1960 nach Frankfurt zog, um sich fortan der avantgardistischen Kunst zu widmen. Nach einigen Jahren in der City hatte sie den Trubel satt und zog 1964 nach Niederursel, einem heute noch recht dörflich anmutenden Stadtteil Frankfurts, wo sie ein bäuerliches Gehöft für ihre Zwecke umbaute.

Hier trifft man sie heute noch an, die große alte Dame der Frankfurter Kunstszene, die sich der konstruktivistischen und konkreten Kunst verschrieben hat. Letzten Oktober verlieh ihr die Stadt Frankfurt für ihre Verdienste die Goethe-Plakette. In ihrer Dankesrede fand sie die richtigen Worte für die euphorische Stimmung von der vermeintlich neuen Kunstmetropole Frankfurt. Ziel ihrer Arbeit war es, wie sie sagt, Frankfurt aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, wobei sie genau weiß, daß sich in der Dornröschengeschichte die Hecke auch wieder schließen kann – sprich: in den siebziger Jahren Frankfurts Bedeutung für Künstler gleich null war. Aber: „Inzwischen ist man der Dornenhecke mit dem Bulldozer und der Kapitalspritze zu Leibe gerückt. ‚Jetzt geht’s erst richtig los mit der Kunststadt Frankfurt‘, ist überall zu lesen und zu hören. Die Ausflugsdampfer machen fest am Museumsufer.“ Sie hoffe, daß unter dem…


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