Magazin: Museen & Institutionen · von Martin Seidel · S. 446
Magazin: Museen & Institutionen , 1999

Martin Seidel

Ein Stahlwerk für die Kunst der Gegenwart

Das Stahlwerk Becker in Willich

Die Philosophie des sanften Wandels greift um sich. Auch an Rhein und Ruhr. Siehe Hombroich, siehe Emscher-Park, wo brachliegende Industrie- und Militäranlagen flächen- und ressourcenschonend revitalisiert und in Orte der Kultur umgewandelt werden. Auch das zwischen Krefeld, Düsseldorf und Mönchengladbach gelegene 26 Hektar große Areal des ehemaligen Stahlwerks Becker in Willich sieht nach einer wechselvollen 90jährigen Geschichte als Stätte der Stahlproduktion (1908-1944) und als Unterkunft der Royal Engineers der britischen Rheinarmee (1948-1992) und nach diversen Phasen des Niederganges besseren bis guten Zeiten entgegen.

Nachdem zuletzt das Land NRW kurzfristig auf dem Gelände Asylantenunterkünfte eingerichtet hatte, faßte die Stadt Willich 1996 eine neue gewerbliche Nutzung der großen freien Flächen und der zwölf erhaltenen denkmalgeschützten Bauwerke ins Auge und entwickelte eine Machbarkeitsstudie. Nach zähen Verhandlungen mit dem Bund kaufte die Stadt im folgenden Jahr die vor sich hingammelnde Steinwüste samt den mehr oder weniger abgewrackten Verwaltungsgebäuden, Produktionshallen, Wasserwerk und einem Wasserturm zurück und richtete eine Grundstücksgesellschaft (GSG) ein, die sich mit der umfänglichen Ansiedlung arbeitsplatzintensiver Betriebe befaßt. Eine Handvoll kulturinteressierter Menschen regte daraufhin 1998 Kooperationen zwischen Kunst und Wirtschaft an und rief die Initiative „Ein Stahlwerk für die Kunst der Gegenwart“ ins Leben.

Das Planungskonzept des Vereins „Stahlwerk Becker“ ist flexibel, paßt sich den Gegebenheiten und kommenden Entwicklungen an. Einige Kuratoren und Künstler künftiger Vorhaben sind bereits auserkoren, doch werden Namen momentan noch im geheimen gehandelt. Fest steht, daß nach einer ersten Bauphase etwa gegen Ende 2000 entlang einer das Gelände durchziehenden Wasserachse…

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