Titel: 57. Biennale Venedig - Länderbeiträge Giardini · von Sabine B. Vogel · S. 250
Titel: 57. Biennale Venedig - Länderbeiträge Giardini , 2017

Frankreich

Xavier Veilhan

Studio Venezia
Komissare: Institut français, Ministère de la Culture et de la Communication
Kuratoren: Lionel Bovier und Christian Marclay
Ort: Giardini

Bekannt ist der 1963 in Lyon geborene Xavier Veilhan vor allem für seine Skulpturen. Für Venedig erstellte er das Konzept eines Tonstudios. Zusammen mit dem Künstler und Experimentalmusiker Christian Marclay und Lionel Bovier, Direktor des Mamco in Genf, luden sie 120 Musiker ein und funktionierten den Pavillon zum Aufführungsort um. Dafür hat Xavier den Innenraum mit einer speziellen Architektur ausgestattet, für die er sich von Kurt Schwitters Merzbau inspirieren ließ. Wie Schwitters so hebt auch Veilhan die Grenze zwischen Architektur und Skulptur, zwischen Funktion und Gestaltung auf. Wie in einer Höhle sind rundherum geometrische Elemente aus Holz angebracht, die eine Zickzacklinie bilden oder hervorspringen, was offenbar die Geräusche der durchspazierenden Besucher dämpft und den Schall bricht. Dazwischen überall Stufen und Podesten, als Sitzgelegenheit für die Zuhörer und Inseln für die Instrumente. Das geplante Chaos der Formen irritiert unser Raumempfinden, die Unterscheidung zwischen oben und unten wird dem Erlebnis der Klänge untergeordnet. Überall stehen Instrumente für die Tonaufnahmen, manche exotisch wie das Cristal Baschet: Glasstäbe werden mit feuchten Fingern gerieben und übertragen ihre Schwingungen an das Metall. Zwischen Piano und Schlagzeug stehen skulpturale Objekte, überdimensionale hölzerne Gitarren und ein riesiger Doppelbass – die Grenze zwischen dem Ort der Produktion und der Wahrnehmung als raumgreifender Skulptur ist aufgehoben. Er habe einen „Polycube“ statt eines white cubes geschaffen, einen „metaphorischen Raum“, in dem die Musiker nicht…

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