Titel: Insel Austria , 1987

Franz Pichler

geb. 1960 Seckau/Stmk., lebt in Wien

Es ist eine nonverbale Poesie, ein Spiel mit Körpern und Raumillusion und zugleich mit vorübergehenden, wie zufälligen Konfigurationen einander zugeordneter Formen und immer wieder das Sichtbarmachen und Aktivieren des Räumlichen im Raum. Ganz bewußt arbeitet Franz Pichler in einem Zwischenbereich: Plastik, Objekt, Malerei und Installation werden in seinen Werken zur Synthese geführt. (…)

»Etwas Sowas« besteht aus vier Elementen, die an vier gegenüberliegenden Wänden so montiert sind, daß sie der Mitte zustreben. Was von der Wand weg als eine Spitzpyramide beginnt, erfährt eine Wellung wie eine geometrische Brandung und zugleich den Charakter des bedrohlichen Züngelns. Diese einen Meter langen Elemente, die anfänglich an Wasserspeier erinnern, durch die Spitzheit und das Züngeln eine Aggressivität, eine schneidende Schärfe erfahren, scheinen aus der Wand herauszustoßen, sie engen nicht nur den Raum ein, sie bedrohen wie Piken oder Hellebarden, oder besser, wie gefährliche animalisierte Körper. (…)

Aus einunddreißig Einzelteilen mit geometrischen Grundformen besteht eine Installation, der Pichler keinen Namen gibt. Eckig, sperrig sind diese roten Bandformen mit ihrer im Querschnitt rechteckigen Körperhaftigkeit, meist zweidimensional. Eckig umbrechend nehmen sie die Gestalt von Pfeilen und Dreiecken an, durchdringen sich selbst, oder ragen wie suchend in den Raum vor. (…) Wiederum, wie bei den Installationen der letzten Jahre, werden der Raum als solcher und die Raumgrenzen im architektonischen oder malerischen Sinn nicht gestaltet. Pichlers Objekte sind nicht von einem bestimmten Raum abhängig oder auf einen solchen bezogen. In jedem Raum können sie ihr Eigenleben entfalten und den sonst unsichtbaren Raum aktivieren und visualisieren….

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von Wilfried Skreiner

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