Ausstellungen: Düsseldorf · S. 437
Ausstellungen: Düsseldorf , 1989

Heinz-Norbert Jocks

Gabriela Dauerer

Galerie Elke und Werner Zimmer, 15.2.-18.3.1989

Bisher arbeitete sie im Verborgenen, sich der tagtäglichen Einflußnahme wechselnder Moden entziehend, auf sich und der Modifikation ihres gewachsenen Themas konzentriert, auf der ständigen Suche nach dem ihr gemäßen Ausdruck. Die in Florenz entstandenen Arbeiten der 1958 in Nürnberg geborenen Gabriela Dauerer, die ihr Studium als Meisterschülerin an der Nürnberger Aka-ddemie der Bildenden Künste absolvierte und 1988 den Villa Romana Preis erhielt, wirken auf den ersten Blick wie ein chaotisches, unruhiges Gewimmel aus Häkchen, Strichen und meist hellen Farbtönen, nur scheinbar ohne Bezug zu der Welt der Realien. Doch der erste Eindruck täuscht, denn schon bald tritt der langsame Rhythmus unregelmäßiger Bewegungen als unaufhörliche Folge des Seriellen in Erscheinung. Er deutet an, wie ehr uns die Künstlerin zur differenzierten Wahrnehmung minimaler Differenzen verführen will. Dabei geht es nicht um rein formale Reize, sondern vor allem um spannungsvolle Drahtseilakte zwischen Ordnung und Chaos, Konstruktion und Zufall, Ratio und Illusion. Daß der Hang zum Informellen nicht ausschließt, daß vage, uneindeutige Spuren von Gegenständlichkeit auftauchen, zeigt sich dort, wo sich die minutiösen Strichscharen und die mikroskopisch feinen Reihen-Exerzitien, die einen permanenten Wechsel sich kurzschließender Bewegungen simulieren, sich als das Ergebnis einer hochartifiziellen Abstraktion konkreter Situationen erweist.

Gabriela Dauerer ist eine spieleriche, scheinbar leichtgewichtige Artistin: ihre luftigen, äußerst zarten Kreationen, die sich verflüchtigen können wie ein Windhauch über dem Wasser, abebben wie eine unmerkliche Welle am Seeufer, sind Abbreviaturen von Farbe und Licht, Seismogramme einer sensitiven Koloristin und Zeichnerin, die sich, orientiert an dem, was sie in den…

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