Titel: Kunst und Geld · von Heinz-Norbert Jocks · S. 156
Titel: Kunst und Geld , 2000

FELIX DROESE:

»Geld ist das Greifbare des Ungreifbaren«

EIN GESPRÄCH VON HEINZ-NORBERT JOCKS

Felix Droese, 1950 in Singen/Hohentwiel geboren, Sohn eines altchristlichen Pfarrers im Widerstand, studierte 1970 an der Düsseldorfer Kunstakademie zunächst bei Peter Brüning. 1972, als er mit Jürgen Kramer die Gruppe Ruhrkampf gründete und dem Vietnam-Ausschuss und der Liga gegen den Imperialismus beitrat, glaubte er noch, Kunst könne die Welt verändern. 1973 arbeitete er im Beuys-Raum. Kurz nach seiner Kommunalwahl-Kandidatur für die Alternative Liste in Düsseldorf 1979 nahm er Abschied von der Direktform des politischen Engagements. Nach seiner Beteiligung an der Westkunst-Schau von 1981 in Köln folgten ein Jahr später die Teilnahme an der documenta 7 und dann die Sydney-Biennale von 1984. Vier Jahre danach stellte er im deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig aus. Dass er sich als Künstler sowohl mit Machtfragen als auch dem Symbolgehalt des Geldes sowie der Altlast der Geschichte beschäftigt, liegt auf der Hand. Mit ihm sprach Heinz-Norbert Jocks in seinem Atelier in Mettmann, wo er mitten auf dem Lande in einem umgebauten Bauernhof lebt.

Heinz-Norbert Jocks: In welchem Verhältnis stehen Geld und Kunst?

Felix Droese: Beides, sowohl Geld als auch Kunst, ist real, hat aber symbolischen Charakter. Es ist das Greifbare des Ungreifbaren.

Was verleitete dich dazu, sich künstlerisch damit auseinander zu setzen?

Ich gehöre zu der Generation, die, in den 80er Jahren vom schnellen Geld ergriffen, dann genau so schnell wieder, nämlich 1988, vom Geldfluss abgeknickt wurde. Ich besitze einen vor kurzem wiedergefundenen Brief von Herrn Maenz aus dem Jahre 1980. Darin steht, dass ein völlig neuer…

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