Titel: Insel Austria · von Wilfried Skreiner · S. 157
Titel: Insel Austria , 1987

Hannes Priesch

geb. 1954 in Eggersdorf/Smk., lebt in Wien

Nach mehreren Jahren der Auseinandersetzung mit malerischen Objekten und ebensolchen Rauminstallationen ist Hannes Priesch zur Malerei zurückgekehrt. Er, der schon früh in den 70er Jahren sich intensiv mit neuen Möglichkeiten der Malerei beschäftigt hatte und damit auf der Akademie in Wien auch einen gewissen Einfluß ausübte, ohne selbst zu dem Kreis zu gehören, den wir als die Neue Malerei in Österreich bezeichnen. Als diese neuen Maler auftraten, hatte sich Priesch eben seinen Objekten und Installationen zugewandt, in denen die Erweiterungen des Kunstbegriffs der 70er Jahre zu einer höchst malerischen Synthese gebracht werden sollten.
Wilfried Skreiner, 1987

Eine für Priesch entscheidende Grunderfahrung war die freiwillige Haft in einem geschlossenen, leeren Raum, den er total – an Wänden, an Decke und Fußboden – in ungegenständliche Malerei verwandelte. In diesem artifiziellen Aufenthaltsraum, der als Lebensraum für Stunden, ja Tage, für eine unbestimmte Zeit geplant war, wurde die geläufige »naiv realistische« Raumerfahrung, die der pragmatischen Orientierung in einem Handlungsraum dient, ausgeschaltet. Im Sinne des Künstlers fand hier eine Umstellung der Alltagserfahrung von der signal- und zeichendominierten Formebene auf die nicht alltägliche Ebene reiner Farbevokationen und Farbintuitionen statt. Räumliche Desorientierung, Symbol- und Zeichenverlust wurden zur Methode eines neuen Versuches mit der Malerei.
Peter Gorsen, 1980

Ich habe den Titel »Nacktes Theater« für die Ausstellung gewählt, im Zusammenhang mit »Um den heißen Brei herum«. Für mich beinhaltet das auch, in eine Rolle zu steigen und sie so gut man kann auszufüllen. Das ist eine Spur anders, als wenn man etwas protokolliert….

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