Ausstellungen: Frankfurt a.M. · von Christian Huther · S. 334
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 2003

CHRISTIAN HUTHER

Henri Matisse

„Mit der Schere zeichnen: Meisterwerke der letzten Jahre“

Schirn Kunsthalle, Frankfurt, 20.12.2002 – 2.3.2003
Nationalgalerie, Berlin 13.3. – 25.5.2003

Im Alter erfüllt man sich gern einen Wunschtraum. Der Maler Henri Matisse (1869-1954) etwa fand als über 70-Jähriger zur lange gesuchten Synthese von Linie und Farbe. Fortan malte er nur noch selten und „zeichnete“ dafür um so intensiver mit der Schere. Sein zu Lebzeiten kritisch beäugtes, heute populäres und als Poster oder Postkarten in Museumsshops oder Kaufhäusern feilgebotenes Alterswerk war zugleich ein Aufbruch zu neuen Experimenten. Matisse selbst bezeichnete es als Quintessenz seines Schaffens. Diese seit den 40er-Jahren bis zu seinem Tod entstandenen, so genannten „Gouaches découpées“ präsentierte die Frankfurter Schirn Kunsthalle so umfassend wie noch nie in Europa. Aus Museen und Sammlungen in USA, Südamerika, Asien und Europa waren über 70 der 200 erhaltenen Scherenschnitte vom Klein- bis zum Riesenformat versammelt.

Da das mit Eitempera eingefärbte Papier inzwischen fragil und lichtempfindlich ist, dürfte diese Auswahl nicht noch einmal zu sehen sein. Kuratiert wurde die Schau übrigens von Olivier Berggruen, dem Sohn des Kunsthändlers und -sammlers Heinz Berggruen, der 1953 die erste Scherenschnitt-Präsentation noch zu Lebzeiten des Künstlers wagte. So ist es auch eine Hommage an den Senior Berggruen, dass die Schau jetzt in kleinerer Form in Berlin gastiert.

Die Scherenschnitt-Technik hatte Matisse sporadisch ab 1919 für Ballettaufträge eingesetzt. Auch wenn er mit dem Malen nicht mehr weiterkam, griff er gelegentlich zur Schere. Doch erst in den späten 30er-Jahren nahm er die Technik wieder auf, da er nach langer Krankheit und schwerer Operation…

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von Christian Huther

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