Titel: Realkunst - Realitätskunst · S. 132
Titel: Realkunst - Realitätskunst , 1987

Historischer Katalog

Verein für Vollbeschäftigung und Erforschung des Unbemerkten e.V.

Ziel und Zweck ist, die im »Kunst«-Zirkel übliche »Kunst«-Praxis zu verändern: Adressatenproduktion statt Rezeptionsästhetik – Integration von Betrachter, Werk und Produzent!

Initiatoren des Projektes Galerie/Verein waren ursprünglich drei Leute, die über Jahre in engem Kontakt zueinander stehend alle eine »künstlerische« Ausbildung (Architektur, Grafik, Kunsterziehung) gemeinsam hatten. Die Idee, einmal geboren, zog bald viele Leute – zunächst aus dem eigenen Bekanntenkreis – an (Werktätige, Studenten, Arbeitslose, Lebenskünstler…wir freuen uns über jeden Neuankömmling), wir gründeten einen Verein.

Die Organisationsform des Vereins ist Bestandteil unserer Konzeption: Mitbestimmung – Mitverantwortung – Gruppenarbeit – keine Profilierung einzelner – keine kommerziellen Vorteile. Uns ist die Beteiligung sowohl konzeptionell, als auch finanziell (Mitgliedsbeiträge, Spenden) – eines jeden Interessierten willkommen.

Der Verein trägt den Namen »Verein für Vollbeschäftigung und Erforschung des Unbemerkten« und wurde am 26. 4. 79 beim Amtsgericht Charlottenburg als gemeinnützig eingetragen.

– Vollbeschäftigung als Verflechtung von Kunst und Alltag, als bewußtes und selbstbestimmtes Gestalten des eigenen Lebens,

– Erforschung des Unbemerkten als Aufspüren der Einflüsse, die unsere Wahrnehmungen und Handlungen bestimmen.

Durch die Regeln und Reglementierungen der sogenannten »hohen Kunst« – der akademischen Kunst des Marktes – werden Nichtkünstler abgeschreckt, sich kreativ zu äußern und diese Äußerungen selbstbewußt darzustellen. Uns interessieren aber gerade diejenigen, die weder in den Geheimcode noch in die Ordensregeln herrschender Ausdrucksformen eingeweiht sind und diejenigen, die sich darüber hinwegsetzen. Wir stellen der Union von Kunstmachern, -Verwaltern und -Verkäufern unser Kunstverständnis entgegen:

Kunst als die Gesamtheit ästhetischer Prinzipien und Handlungsgrundsätze.

Künstlerisches Handeln, Phantasietätigkeit sind gestaltende Einflußnahme, als solche sozialer Prozeß und nicht…

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