Titel: Kunst ohne Werk · von Paolo Bianchi · S. 168
Titel: Kunst ohne Werk , 2000

@HOME

Sympathische Vibration

MONA IM GESPRÄCH MIT PAOLO BIANCHI

Ein altes Gewerbehaus beim Hauptbahnhof Basel, mit wenig Kapital und geschicktem Produkte-Recycling saniert, wird seit 1995 von fünf bis acht Protagonisten und deren Freunden als „Zuhause“ für Lebens-, Kunst- und Kreativitätsformen bewohnt und bespielt. „@Home organisiert sich als Erzählung einer kleinen Gruppe von Neoexistenzialisten auf der Suche nach einem Weg ins Goldene Zeitalter, süchtig nach dem Liebesbenzin – und der leeren Formen überdrüssig.“ Dieser authentischen Selbstkonstitution liegt keine durch Pläne, Entwürfe oder Modelle manifestierte Absicht zugrunde. Im Mittelpunkt steht die zwanglose Idee, aus dem Aufeinandertreffen von Funktionen und Eigenarten des Zusammenlebens kreatives Kapital abzuschöpfen. Das meint ein reges Interesses, Atmosphären, Ereignisse und Situationen als Spielwiesen für Crossovers aller Art einzurichten, als intersubjektive, interaktive und intermediale Momente mit klingenden Namen wie „Music Circus“ (nach John Cage), „Hometrainerclub“ (mehrteiliger Kommentar zur Club Culture) oder das Reiseevent „Mondmilchfahrt“. Steht die Schweiz für Neutralität, so @Home für Intensität.

Aufrechte Wesen

Paolo Bianchi: Eure Gruppe steckt inmitten einer Umbruchphase. Wie lässt sich die Befindlichkeit dieses Über- bzw. Durchgangs beschreiben?

Mona von @Home: Als Reifeprozess. Als Zellteilung. Verschiedene Organe bilden sich aus. Viele kleine Labels entstehen. Mit anderen Worten: Eine Umstülpung findet statt.

Geht es @Home im Wesentlichen darum, Leben und Kunst im Goldenen Schnitt zu verbinden?

Die Kunst, insofern sie eine transformatorische Qualität hat, ist eine der Hintertüren, um dem zunehmenden Verlust der Lebenskräfte in unserer Zivilisation befreiend entgegen zu wirken. Die Kunst des 20. Jahrhunderts ist reich an Listen und Strategien dazu. Der Fundus ist riesig. Fallen gibt es zuhauf.
Seit etwa 1957…

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