Titel: Künstler als Gärtner , 1999

II. Künstler als Gärtner

GESPRÄCHE VON BRIGITTE FRANZEN

Es ist nicht falsch zu sagen, daß man den Schwarzen Garten von beliebig vielen Orten aus betreten kann, und daß diese Orte beliebig viele Überzeugungen repräsentieren können. Aber man endet doch immer am selben Ort. Und das ist hoffentlich ein Ort, an dem man sich den grausamen Folgen des Krieges bewußt wird.

Jenny Holzer

Mich interessiert die Differenz zwischen dem, was ich gewollt habe und dem, was einer daraus gemacht hat. Es geht um das Loslassen und darum, Dinge zu forcieren, die außer Kontrolle geraten. Es passiert eigentlich das Gegenteil von dem, was man üblicherweise macht, wenn der Entwurf ganz genau so ausgeführt werden soll, wie man ihn auf dem Papier hat. Das ist etwas, was ich an einem Garten angenehm finde: Wenn er plötzlich Scheiße aussieht, weil alle Pflanzen gerade am Abkacken sind – das ist mir sympathisch.

Tobias Rehberger

Die Gruppe, aus der FLOOD entstand, war sehr gemischt. Wir waren uns darüber einig, daß der Garten produktiv und nützlich sein sollte und daß wir Nahrungsmittel anbauen sollten. Wir wollten auch Leute, die sich in AIDS-Organisationen engagierten, so daß das Ganze nicht nur einen theoretischen Zusammenhalt hatte, sondern sich wirklich an Bedürfnissen orientierte.

Haha

Wenn man die Vorstellung von „Garten“ weit abstrahiert, liegt der Schritt ziemlich nahe, sie in einen komplett abstrakten Raum zu projizieren. 1996 wurde das Medium Internet total gehypt, vor allem der emanzipatorische Aspekt der freien und direkten Kommunikation war in der öffentlichen Diskussion sehr wichtig. Inzwischen hat sich das im Zuge der teilweise auch vorgeschobenen…

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von Brigitte Franzen

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