Titel: Künstler als Gärtner · von Paolo Bianchi · S. 178
Titel: Künstler als Gärtner , 1999

IV. Modern Nature

SYMPOSIUM

IN ZUSAMMENARBEIT MIT O.K CENTRUM FÜR GEGENWARTSKUNST LINZ

Der Begriff „Natur“ wird von Kulturwissenschaftlern und von Künstlern intensiv diskutiert. Das Zwitterwesen Mensch, halb Natur und halb Kultur, steht der Umwelt ambivalent gegenüber: Einerseits zerstört es die natürlichen Lebensgrundlagen, andererseits sucht es im Einklang mit der Natur zu leben.

Das Naturdefizit der Moderne scheint passé. Öko ist kein Thema mehr. Künstler und Denker entdecken, romantisieren und verklären den Garten. Mehr noch: Der Garten mutiert zum offenen Aktionsraum, zum Ort der Handlung (Barbara Nemitz). Das ästhetische Vagabundieren durch Künstlergärten, Schrebergärten, Golfplatz, Stadtpark, Brachland und sogar Müllhalden (Lois Weinberger) gebiert die Landschaft als „Modern Nature“. Beim Künstler als Gärtner verschwindet der Gegensatz von Natur und Kultur bzw. natürlich und künstlich, das Subjekt wird im Sinne einer ganzheitlichen Vorstellung Teil von beiden. In den „Garten der Kunst“ begeben sich die Eigensinnigen der Gegenwartskunst. Ihre Aktionen und Interventionen münden letztlich in die Frage nach dem Wesen der Kunst. Einmal mehr: Was unterscheidet Kunst von Natur? Was unterscheidet den Künstler vom Gärtner?

Ein Symposium unter dem Titel „Modern Nature. Künstler als Gärtner“ im September 1998 im O.K Centrum für Gegenwartskunst Linz: Welches ästhetische Urteilen soll den TeilnehmerInnen helfen, die Natur und den Garten zu verstehen? Ist es das Schöne aus der frühen Antike, das Erhabene aus der Spätantike, das Groteske aus der Renaissance oder das Pittoreske aus dem 18. Jahrhundert? Wer weiß Bescheid? Wie ist unser Verhältnis zu Natur? Der Anglistikprofessor Hans-Dieter Gelfert beschreibt es so: „Das Schöne setzt der natürlichen Rohheit die Form entgegen, das Groteske…

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