Ausstellungen: Biennale Papierkunst Düren · S. 352
Ausstellungen: Biennale Papierkunst Düren , 1990

Helga Meister

III. Internationale Biennale der Papierkunst

Leopold-Hoesch-Museum und Papiermuseum

27.5. – 26.8.1990

600 Jahre sind seit der ersten Papiermühle auf deutschem Boden vergangen. Aus diesem Anlaß fällt die III. Internationale Biennale der Papierkunst in Düren besonders üppig aus. Dorothea Eimert, die Leiterin des Leopold-Hoesch-Museums und des neuen Papiermuseums, nimmt beide Häuser in Beschlag. Im Dreiergremium mit Else Bülow, bislang Chefin des Aalborger Kunstmuseums und nun Beraterin des neuen Museums für zeitgenössische Kunst in Kopenhagen, und Ibe Kyoko von der Paper Academy Kyoto lud sie 51 Künstler aus 15 Ländern ein.

Seit 1986 gibt es diese Papierbiennale in Düren. Ein Forum also für Lumpen, Zellulosefasern, Holz, Stroh und Altpapier, sofern man sich auf die Rohstoffe konzentriert. Um nicht am Material zu kleben und mögliche geistige Regelungen durchs Schöpfsieb rutschen zu lassen, gab Dorothea Eimert ihrem diesjährigen Unterfangen ein Motto: „Papier als Wissen“. Ein eher unglückliches Motto, sind doch Materie und Geist prinzipielle Gegensätze.

Ulrich Wagner (31) aus Köln läßt den Besucher gebückten Hauptes in einen „Blauen Raum“ eintreten, dessen schwarze Zeichen aus Kreis, Dreieck, Quadrat und Strichen aus Pulp in den Papierbrei gegossen sind; die Symbole wirken wie in eine ägyptische Grabkammer eingelassen; vom Neonstab werden sie erhellt. Wenn es nach dem Künstler geht, sollen seine Gäste an den Wänden entlanglaufen und ihre eigene Sprache und „Denke“ erträumen. Die Sprache wäre nicht mehr Allgemeingut, sondern dem Individuum zur freien Verfügung gestellt. Die Papierkunst übernähme die Funktion eines Katalysators zum Wohle der Phantasie.

Lena Liv (38), eine gebürtige Leningraderin, die zwischen Italien und Israel pendelt, vergrößert ein Sander-Porträt…

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