Ausstellungen: Salzburg , 2005

Ursula Maria Probst

Ines Doujak

»Dirty Old Women«, »Call for Pictures«

Salzburger Kunstverein, 28.4. – 26.6.2005

Ines Doujaks Ausstellung „Dirty Old Women“ ist ein Angriff auf rigide Vorstellungen über das Altern in der heutigen Gesellschaft und auf die in diesem Kontext kursierenden medialen Diskurse. Was sind die Prinzipien aus welchen sich Kultur und Gesellschaft formen? Wem unterliegt die Definitionsmacht darüber, wie das Altern zu betrachten ist? Die Werbebranche verabschiedet sich zwar von der Repräsentation der alternden, gebrechlichen Frau, doch anstelle dessen treten nicht einlösbare Projektionen der hyperaktiven, manischen Powerfrau.

Durch den Aufruf „Call for Pictures“ an die Öffentlichkeit, unkonventionelle Bilder von alternden Frauen an sie zu senden, eignet sich Ines Doujak zwar bereits existierende Bildvorstellungen an, überlässt allerdings das Auswahlverfahren jenen, die sich am Projekt beteiligen. Interventionistische Kunst durchläuft so einen Prozess, der zunächst von einer Öffentlichkeit ausgeht und in einem kollektiven Workshop der Befindlichkeit von alternden Frauen durch eine psychische Traumreise nachspürt. Anlässlich der Ausstellungseröffnung folgt eine Live-Performance dieser Frauen vor Publikum. Das währenddessen produzierte Video wird in der Ausstellung präsentiert. Auf Debatten über Kunst im öffentlichen Raum wird von Doujak reagiert, indem Images der Produktion im öffentlichen Raum affichiert werden. Laut der Theoretikerin Kaja Silverman ist für eine Veränderung der kollektiven Sehgewohnheiten die Produktion von Images nicht ausreichend. Um Veränderungen herbeizuführen, benötigt die Künstlerin laut Silverman ein Publikum, das bereit ist, sich mit ästhetischen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Ines Doujaks Potential der ästhetischen und politischen Lusterzeugung spürten bereits Roger M. Buergel und Ruth Noack in ihrem Essay „Macht’s mit Bildern“ nach. Sie luden Ines Doujak…

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von Ursula Maria Probst

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