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Ausstellungen: Köln · S. 377 - 377
Ausstellungen: Köln , 1990

Reinhard Ermen
Ira Bartell

»Vermillion parabolic«

Hiltrud Jordan Galerie, 27.4. – 20.6.1990

Ira Bartell (*1954) aus New York kommend, lebt und arbeitet seit 1981 häufig in Köln. Seine Ausstellung bei Hiltrud Jordan hat er mit „Vermillion parabolic“ überschrieben, denn Zinnoberrot ist für ihn im Augenblick die Farbe bzw. das ROT schlechthin. Trotzdem klammert sich der Maler nicht an diesen einen Ton, sondern er breitet alle möglichen Facetten der Farbe seiner Wahl aus; und indem er das tut (seit Juni 1989), verabschiedet er sich gleichzeitig von vorangegangenen figürlichen Phasen. Freilich haben auch seine Versuche über ROT noch etwas „Gegenständliches“, sei es auch nur in Form einer parabelhaften Bedeutungskraft, oder durch den Willen, Illusionstiefen bzw. Farbräume vorzutragen. Abgesehen davon haben seine Arbeiten erzählende Titel, wie „Deep one“, „Jason“ oder „Fahrenheit“.

Bartells Bilder vereint so etwas wie ein formales Leitmotiv. Über die wolkig vorgetragenen Rotvisionen, bei denen sich auch Assoziationen an feurige Schlünde einstellen können, wirft er einen wellenbewegten Schleier, der den Arbeiten jeweils ein einheitsstiftendes Gepräge verleiht. Dieser zuoberst liegende Wellenschleier ist ein variationsreiches Gefüge, das von einer gleichmäßigen Strenge bis hin zu sich auflösenden Linien reicht. In jeder Arbeit formulieren sich die Wellen anders. Ganz verschwinden tun sie indessen nie, was wohl auch zum unverrückbaren Gesetz dieser Rot-Serie gehört. Daraus kann sich ein spannender Dialog ergeben; das ordnende Element der Wellen reagiert auf die darunter liegenden Untiefen. Inwieweit die Wellen ihre formale Strenge bewahren oder an den Rand der Selbstauflösung geraten, ist Ergebnis dieses Dialogs. Nein, Bartells Malerei überläßt sich nicht einer subjektiven Beliebigkeit, sondern…


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