Titel: 54. Biennale Venedig , 2011

Iran

Morteza Darehbaghi, Mohammad Mehdi Ghanbeigy, Monir Ghanbeigy, Mohsen Rastani. Kommissar: Mahmood Shalo – In the Name of God. Ort: Palazzo Malipiero, San Marco 3198

Zu den Besonderheiten des iranischen Pavillons gehört eine kleine Musikanlage, die wohl für eine angenehme akustische Atmosphäre im Ausstellungsraum sorgen soll. So untermalt Michael Nymans Filmmusik „The Piano“ die Ausstellung „In the Name of God“. Der Titel ist Programm, werden hier doch Künstler präsentiert, „die die auf der Erleuchtung basierenden islamisch-iranischen Prinzipien und Doktrinen mit ihren spirituellen Feinheiten und technischen Mitteln kombinieren, um so abzubilden, was sie lieben und das Subjektive zu etwas Objektivem zu machen“. So sieht es zumindest der Kommissar der Schau, Mahmood Shalooei.

Vier Künstler wurden für diese anspruchsvolle Aufgabe ausgewählt. Mohammad Mehdi Ghan Beigui (geb. 1945) und Marziyeh Karim Zadeh Torabi (geb. 1949) arbeiten in Keramik. Der Ausstellungsbeitrag des Ehepaars besteht aus zwölf glasierten Kuben, die von archäologischen Funden und der Kaaba in Mekka inspiriert sind. Der Fotograf und Dokumentarfilmer Mohsen Rastani (geb. 1958) hat große Schwarz-Weiß-Fotografien mitgebracht. Sie zeigen zwei einander begrüßende Mütter mit Babys auf dem Rücken, eine verschleierte, überschminkte Frau mit einem Blumenstrauß, ein altes Paar mit Bild und Teppich sowie vier junge Frauen, die eine glückliche Mutter umringen. Das sicherlich kritischste Werk der Ausstellung stammt von Morteza Darehbaghi (geb. 1969). Er hat eine Art Ehrenhalle eingerichtet, auf deren verspiegelten und beleuchteten Wänden zweitausend Porträts von Menschen aufgereiht sind, die während des Kriegs zwischen Iran und Irak ums Leben gekommen sind. Darehbaghi stilisiert die Toten bewusst als „Märtyrer“ und unterstützt mit…

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von Susanne Boecker

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