Gespräche mit Künstlern , 1990

Irgendwie bin ich auf dem besten Weg, ein Expressionist zu werden…

EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

Mitte der 50er Jahre malte der 1935 geborene Konrad Klapheck gegen den Strom der Abstraktion und des Informels seine ersten magischen Maschinen. Darunter: Schreib- und Nähmaschinen, Schuhspanner, Wasserhähne, Duschen und Feuerlöscher. Als die amerikanische Pop-art ihren internationalen Sieg feierte, galt er als einer ihrer Vertreter deutscher Provenienz. Mit seinem Auftritt bei Sidney Janis in New York schnellten die Preise in die Höhe. 1979 berief ihn Norbert Kricke als Professor der Düsseldorfer Akademie, wo er noch heute lehrt. Aus dem Avangardisten von damals wurde einer der großen Klassiker von ästhetischer Raffinesse. Eine Ausstellung mit neuen Werken präsentiert die Galerie Le Long in Paris seit dem 25.1. 1990

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H.-N.J.: Können Sie etwas über Ihren Weg zur Kunst erzählen?

K.K.: Das Machen war immer da, die Lust am Tun, wobei mir das Lernen auch immer viel Spaß gemacht hat. Mit Ausnahme meiner Pubertätszeit, wo die Leistungen absackten, war ich meistens ein guter Schüler. Am Schreibtisch sitzend in einer fremden Sprache einen kleinen Aufsatz zu schreiben, das hat mir immer Vergnügen bereitet. Das ist gar nicht so anders als zu malen. Als Kind habe ich hauptsächlich aus Büchern abgemalt, besonders aus den deutschen Heldensagen. Eine gewisse Isolierung, in der ich als Einzelkind lebte, fand wohl ein Echo in den Illustrationen, diesen gepanzerten Rittern. Die Tarnkappen, die Helme, die Schilde -, sogar die Pferde steckten in Rüstungen -, das alles fand ich sehr aufregend. Später habe ich in vielen meiner Bilder diese Panzerung…

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