Titel: 54. Biennale Venedig · von Susanne Boecker · S. 263
Titel: 54. Biennale Venedig , 2011

Island

Under Deconstruction – Libia Castro, Olafur Olafsson. Kurator: Ellen Blumenstein / Ort: Palazzo Zenobio, Collegio Armeno Moorat-Raphael. Fondamenta del Soccorso, Dorsoduro 2596

Il Tuo Paese Non Esiste“ – „Dein Land existiert nicht“. Für ihre Ausstellung im isländischen Pavillon haben Libia Castro (geb. 1969) und Ólafur Ólafsson (geb. 1973) ihre 2003 in Istanbul begonnene Kampagne „Your Country Doesn’t Exist“ den örtlichen Gegebenheiten angepasst: In blauen Neonlettern prangt der Text auf der Fassade des ehemaligen Waschhauses des Palazzo Zenobio. Das spanisch-isländische Duo arbeitet seit 1997 zusammen – momentan leben die beiden in Rotterdam und in Berlin. Ihre anti-nationalistische Werbekampagne haben sie schon in verschiedenen Ländern, verschieden Sprachen und verschiedenen Medien lanciert – als Wandgemälde oder auch TV-Werbespot. In und für Venedig haben sie eine sehr ortsspezifische Variante entwickelt: Eine Mezzosopranistin fährt in Begleitung eines Trompeters und eines Gitarristen auf einer Gondel durch die Kanäle und singt das Motto in verschiedenen Sprachen. Erweitert wird dieses minimalistische Libretto durch einen Text der Schriftstellerin und Kuratorin Antonia Majaca über Castros und Ólafssons Projekt. In der Ausstellung werden ein Video dieser Performance und die Kostüme gezeigt.

Musikbasiert ist auch der Beitrag „Constitution of the Republic of Iceland“ – eine gemeinsam mit der Komponistin Karólína Eiríksdóttir entwickelte Arbeit über die Isländische Verfassung. Die Komposition für Sopran, Bariton, Kammerchor, Piano und Bass wurde in diesem Jahr auch vom isländischen Fernsehen ausgestrahlt. Ziemlich abgehoben ist die zweisprachige (engl./ital.) Soundinstallation auf der Dachterrasse des Pavillons. Basierend auf juristischen, literarischen, politischen und philosophischen Texten aus der griechischen Antike, werden in „Exorcising Ancient Ghosts“…

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