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Ausstellungen: Baden-Baden/Düsseldorf · von Stephan Berg · S. 362 - 363
Ausstellungen: Baden-Baden/Düsseldorf , 1992

Stephan Berg
Jürgen Klauke

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 8.2. – 22.3.1992
Kunstmuseum Düsseldorf, 9.5. – 21.6.1992

Jürgen Klaukes Werk kreist spätestens seit Ende der 60er Jahre quer durch die verwirrende Fülle der von ihm virtuos gehandhabten Medien Photographie, Video, Performance, Zeichnung und Literatur im Grunde stets um die gleichen Themen. Im Mittelpunkt steht der Mensch im großen Spannungsfeld zwischen Liebe und Tod, zwischen Lüsten, Begierden und Ängsten, der Sehnsucht nach „Aufgehobensein“ und der existentiellen Erfahrung einer strukturellen und deshalb unaufhebbaren Vereinzelung. 1987 hat der Künstler diesen unübersehbar fatalistischen und pessimistischen Grundzug seiner Arbeit folgendermaßen zusammengefasst: „Der heutige Blick ins Universum zeigt, daß wir noch winzigere Arschlöcher sind, die in der Sekunde, die ihnen bleibt, keine Möglichkeit haben, sich zu erkennen“. Kristallisationspunkt seiner obsessiv betriebenen künstlerischen Aktionen, die immer von der Aura einer melancholischen Vergeblichkeit umweht scheinen, ist seit jeher die eigene Person, der eigene Körper. Trotz dieser strikten Beschränkung auf das eigene Ich, sind Klaukes präzise arrangierte Versuchsanordnungen zur Androgynität, Sexualität, zu Isolation, Grausamkeit und (vergeblicher) Sehnsucht nach Verschmelzung weit davon entfernt in die Falle narzißtischer Ich-Spiegelung zu geraten. Daß gerade das Ausstellen des eigenen Selbst im Werk von Klauke immer über das Private hinausweist, dafür sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Zum einen die eminent provokative Ausstrahlung seiner Arbeiten, die stets auf Konfrontation mit der Außenwelt des Betrachters angelegt ist. Zum anderen die formale Beherrschtheit, mit der diese provokativen Attacken in Szene gesetzt werden.

Egal wie heiß die Emotionalisierung vor den Bildern auch werden mag, sie selbst geben sich stets kühl, genau und…



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