Ausstellungen: Köln · von Martin Seidel · S. 320
Ausstellungen: Köln , 2005

Martin Seidel

Kunst in Schokolade

Museum Ludwig, 17.3.05 – 19.6.05

Der extravaganten Materialien gibt es viele in der Kunst. Gerade ging Marc Quinns Britart-Plastik seines Kopfes aus gefrorenem Blut für 1,6 Millionen Pfund über den Tisch. Und Manzonis alte „Merde d’Artiste“ beeindruckt noch immer, genau so die Honigpumpe von Beuys. Auch Schokolade in der Kunst und Kunst aus Schokolade sind nichts Neues. Dieter Roth glänzte in dieser Disziplin. Aber eine spezielle Ausstellung dazu hat es noch nicht gegeben. In einer fast 100prozentig feuilletonabweisenden Kooperation mit dem Kölner Imhoff-Stollwerck-Museum (vulgo: Schokoladenmuseum) stößt nun das Museum Ludwig in diese Lücke. Es hat mit dem Haus verbundene Künstler eingeladen, ein Modell für jeweils zweifach in Schokolade zu gießende Kleinplastiken herzustellen. Von Pawel Althamer bis Franz West, von Louise Bourgeois bis Rosemarie Trockel, von Ilya & Emila Kabakov bis Fischli & Weiss von Richard Deacon, Bethan Huws, Mike Kelley, John Miller bis Thomas Stimm – die Namen der Künstler, die das taten, was sie ohne Museums-Auftrag wohl nicht getan hätten, lassen sich hören. 21 Kunstwerke aus weißer, heller und dunkler Schokolade haben sie geschaffen, die nun zeitgleich in beiden Häusern präsentiert werden und im auratischen Kontext des Museum Ludwig eine durchaus eigene visuelle Pracht und jeder Prozess- und Schmuddelhaftigkeit abholde Sinnlichkeit entfalten.

Wie nun umfänglich zu sehen, ist Schokolade an sich nicht schöner, aber auch nicht weniger schön als Bronze, Marmor oder Holz. Dabei ist erstaunlich, wie sehr sich die Künstler auf die Genuss- und Glücksverheißungen des Materials einlassen. Ay?e Erkmen erweist der Confiserie an sich ihre Referenz,…

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