Ausstellungen: Köln , 2005

Susanne Boecker

Erich Salomon / Barbara Klemm

Die Photographische Sammlung, SK Stiftung Kultur, 29.4 . – 24.7.2005

Nachdem die Museumswürdigkeit von Fotografie schon lange nicht mehr in Frage gestellt, sondern durch immer neue Ausstellungen tagtäglich bestätigt wird, scheint die Rezeption des Mediums nun in eine neue Phase zu treten. Die Hausse monographischer Präsentationen bislang unbekannter oder auch sagenumwobener „Pioniere“ ist offenbar vorbei (eine Ausnahme ist derzeit die fraglos überfällige Retrospektive von Martin Munkácsi in den Hamburger Deichtorhallen), und der Zeitpunkt gekommen, ohne Scheu und falschen Respekt einen unvoreingenommenen Blick auf das Werk anerkannter Klassiker zu wagen. Photography revisited also, ein spannendes und höchst lohnendes Unterfangen, wie beispielsweise die hervorragende, von Janos Frecot kuratierte Ausstellung des Bildjournalisten Erich Salomon zeigt.

Erich Salomon (1886-1944) galt als der „König der Indiskreten“, als Meister der Candid Camera (unbestechlichen Kamera), als Houdini der Fotografie, dem spektakuläre, weil heimlich und oft sogar unerlaubt aufgenommene Bilder gelangen (wie die erste Aufnahme vom englischen Obersten Gerichtshof). Der studierte Jurist aus bestem Hause bewegte sich weltmännisch und sicher auf internationalem Parkett, fotografierte in Konferenzräumen, Gerichtssälen, Hotellobbys, Konzertsälen, auf Parteitagen und in Botschaften. Salomon war mit seiner (oft versteckten Kamera) zugegen, als 1932 in Lausanne die Abrüstungskonferenz stattfand, er beobachtete Damen der amerikanischen Gesellschaft in New York beim Frühstück, war dabei, als britische Politiker in Berlin mit Albert Einstein diskutierten, als sich Max Schmeling 1932 im Trainingscamp bei New York auf die Box-Weltmeisterschaft vorbereitete oder die Sektion für Dichtkunst der Akademie der Künste 1929 in Berlin zusammenkam.

Mit modernster Kameratechnik arbeitend, avancierte Salomon innerhalb von…

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von Susanne Boecker

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