Biennalen: documenta · von Amine Haase · S. 459
Biennalen: documenta , 2001

AMINE HAASE

Kunst ist kein Konfetti

Die Documenta11 begann in Wien – ein politischer Start

Warum ausgerechnet Wien, noch dazu die Akademie der Künste, die dem ambitionierten Adolf Hitler zweimal die Aufnahme verweigerte, was den auf ganz andere als künstlerische Wege leitete, denn er beschloss, Politiker zu werden. Also an diesem historischen Ort startete Okwui Enwezor seine Documenta 11 – mit der „Plattform 1“, auf der über „Demokratie als unvollendeter Prozess“ diskutiert wurde – eine essentiell politische Veranstaltung, die sich in mehreren Abschnitten vom 15. März bis zum 20. April erstreckte. Warum Wien, das auch im Jahr 2001 seine politischen Probleme hat, mit Haider, den Rechten und den Antisemiten? Enwezor mag die Frage nicht, das ist zu spüren, auch wenn er geduldig antwortet: Dahinter stecke keinerlei Ideologie. Bei dem gesamten Plattform-Projekt gehe es ihm darum, Verbindungen herzustellen zwischen Institutionen – wie eben Kunstakademien – und Einzelpersonen mit individuellen Positionen – die er aus aller Welt einfliegen ließ. Es sei ihm auch darum gegangen, die Documenta 11, eine deutsche Erfindung, in einem deutschsprachigen Land zu starten. Und da kam Uta Meta Bauer, eine seiner Kokuratorinnen für die Documenta 11 und Leiterin des Instituts für Gegenwartskunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien, zu Hilfe. Wien war der rechte Ort für die „Plattform1_Documenta11“.

In der Art der Diskussion, wie sie nach dem bewährten Muster von These-Antithese-Synthese auch während der fünf Documenta-Wochen in Wien gepflegt wurde, kann man vielleicht behaupten, dass aus den Lehren der Geschichte und der Unbelehrbarkeit heutiger Politiker ein Bild Österreichs entsteht, das…

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