Essay , 2015

Liebe, Geld und Kunst?

von Roland Schappert

Geld oder Liebe. So hieß eine Spielshow mit Jürgen von der Lippe, die 1989 bis 2001 von der ARD ausgestrahlt wurde. Fernsehzuschauer wählten per Telefon ihr Lieblingspaar aus dem Kreis der Kandidaten nach drei Spielrunden. Vor Bekanntgabe des Zuschauervotums entschieden sich alle Single-Spieler für ein Geld- oder Herz-Täfelchen. Hielt das von den Zuschauern favorisierte Paar zwei Herz-Täfelchen in den Händen, konnte diese vorgebliche Liebesentscheidung am Ende zum Hauptgewinn des Geldes antreiben. Das erfolgreiche Lösen einer letzten gemeinsamen Aufgabe führte zum Ziel. Soweit die Geschichte.

Überwinden wir historische Spielfolgen zwischen Geld und Liebe und erfahren Wesentliches vom Wert der Kunst. Wenden wir uns der Liebe zum Geld zu. Stellen wir eine Stilfrage: Lade ich beim Date ein, zahle alle Cocktails und investiere derart mein Geld? Selbstkritische Gedanken „Um Gottes willen, wir sind nicht käuflich, ehren Freiheit und Verdienst des anderen Geschlechts: Ich übernehme nur meinen Anteil!“ sichern Respekt und Autonomie. Liebe zum Geld als Mittel zum Zweck hat somit keine Chance. Handelt es sich schlicht um ein Gender Problem? Nach dem Motto: Männern gilt Geld als Zeichen von Macht und Anerkennung, weshalb sie es mit Freude herzeigen. Erfolgreiche Frauen legen Wert auf Sicherheit und Selbstständigkeit, die sie nicht mehr gern abgeben und zahlen am Ende selbst.

Könnte man die Konzeptionen von Kunstsammlungen geschlechterspezifisch untersuchen? Dafür gibt es immer noch zu wenige Sammlungen, die ausschließlich von Frauen angelegt werden, so dass ein repräsentativer Vergleich wohl nicht zustande käme.

Ich streiche inmitten dieser Gemengelage das Fragezeichen meines Titels: Der Wert der…

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