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Ausstellungen: Venedig · von Amine Haase · S. 401 - 403
Ausstellungen: Venedig , 2007

Amine Haase
Lockung für das Biennale-Publikum?

»Sequenz 1«
Malerei und Skulptur in der Sammlung François Pinault

Palazzo Grassi Venedig, 5.5. – 11.11.2007

Mit Blick auf das anspruchsvolle Biennale-Publikum habe man „Sequenz 1“ konzipiert, sagen der Hausherr des Palazzo Grassi Jean-Jacques Aillagon und die Kuratorin Alison Gingeras. So präsentierten sie kurz vor Biennale-Beginn den zweiten Einblick in die Sammlung des französischen Kunstsammlers François Pinault – exakt ein Jahr nach der spektakulären Eröffnung (siehe Kunstforum Band 181, wo auch die kultur- und wirtschafts-politischen Hintergründe beleuchtet werden). Damit lösen sie das Versprechen ein, die Mega-Sammlung mit angeblich dreitausend Werknummern kontinuierlich vorzustellen – die Zahl hinter „Sequenz“ verweist auf Fortsetzung. Im Vergleich zum ersten Auftritt, der vor allem wegen seiner großspurigen Atemlosigkeit problematisch erschien, kommt die „Sequenz 1“ in ruhigerem Tempo daher. Sie zeigt weniger Künstler, lässt ihnen dementsprechend mehr Raum, so dass einzelne Werke sich entfalten können und die Übersicht nicht wie ein aufgeblättertes Scheckbuch wirkt.

Ob es eine offene Kritik an der Eröffnungsschau ist, wenn Urs Fischer die – vor einem Jahr jämmerlich platzierten – Bilder von Mark Rothko eins zu eins schwarz-weiß abbildet, im selben viel zu niedrigen Raum ausstellt und darauf die Montage eines brutal malträtierten Gesichts mit leeren Augen, aus denen Glycerintränen quellen, appliziert? Wohl eher nicht. Schließlich durfte Fischer auch einen Riesenbaum in die Eingangshalle des Palazzo pflanzen. Er nennt ihn „Jet Set Lady“, und die Blätter sind nicht grün, sondern bestehen aus mehr als tausend Zeichnungen, die der Schweizer in den letzten fünf Jahren angesammelt hat. Von ihm stammt auch…



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