Ausstellungen: Riehen (Basel) / Düsseldorf · von Reinhard Ermen · S. 425
Ausstellungen: Riehen (Basel) / Düsseldorf , 2001

Reinhard Ermen

Mark Rothko

»Eine vertiefte Beziehung zwischen Bild und Betrachter«

Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 18.2. – 24.6.2001

Sean Scully

Gemälde, Pastelle, Aquarelle, Fotografien

Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, 17.3. – 4.6.2001

Noch ehe der Betrachter die eigentlichen Ausstellungsräume betritt, empfängt ihn ein einzelnes Bild: „Seagram Mural“, Rot in Rot gefasst. Das „Mural for End Wall“ von 1959 überwältig und ist gleichzeitig Zeugnis eines Scheiterns, denn den Auftrag, das Restaurant von Mies van der Rohes Seagram Building mit Wandbildern (= Murals) zu gestalten, wurde zurückgegeben. Das Ringen um Seagram hat Mark Rothko (1903 – 1970) indessen mehrere Serien abverlangt, der Traum, in angemessenen Räumen Werkgruppen zusammenzufassen, Räume mit Bildern zu bauen, die selber Wände (eben Murals) sind, lässt Mark Rothko nicht los, und dementsprechend liegen die Höhepunkte der spannenden Retrospektive der Fondation Beyeler (Gastkurator = Oliver Wick) in drei rekonstruierten Räumen. Stolz vermerkt man in Riehen, dass gerade die „Harvard Murals“ (eine vorläufige Konsequenz aus dem Scheitern im Seagram) von 1961/62 erstmals ausgeliehen wurden.

In der Fondation Beyeler ist ein Essay über Bilder und Ensembles zu sehen. Die Chronologie ist in den Raumfluchten dieses Versuchs teilweise außer Kraft gesetzt. Der Betrachter ist sofort mittendrin. Nach dem „Mural for End Wall“ wird zwar mit dem Frühwerk, also mit einigen exemplarischen Bildern der raumtiefen Subway Paintings begonnen, doch schon im nächsten Saal werden die surrealistischen Übergangsbilder, denen die schöne Imaginationskraft der 30er Jahre etwas abhanden gekommen sind, durch die kontrastierende Gegenüberstellung mit den allerletzten Bildern gleichsam korrigiert. Und so sind in der Fondation Beyeler in den Entwicklungsroman des Malers Haltepunkte eingelassen, die nachdrücklich…

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