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Titel: Künstlerpaare · S. 217 - 216
Titel: Künstlerpaare , 1990

Matschinsky-Denninghoff

Unter der unausgesprochenen Devise „Eins und doppelt“ (Goethe-Zitat aus dem Gedicht über den exotischen Baum „Gingko Biloba“ aus dem „West-Östlichen-Divan“) arbeiten Brigitte Denninghoff (geb. 1923 in Berlin) und Martin Matschinsky (geb. 1921 in Grötzingen/Baden) seit … (1955) auf eine Weise zusammen, die in der Kunst unserer Tage (und auch in der Kunst der Vergangenheit) kaum eine Analogie hat. Nicht Aufgabenteilung, sondern gemeinsames Erfinden, Durchdenken, Erproben, Korrigieren und Ausführen kennzeichnen die so ungewöhnliche Kooperation, in der natürlich jeder Partner eigene, auch kritische, Impulse einzubringen hat, die aber dennoch alle Merkmale eines elementaren Einverständnisses besitzt. Manches Werk von Matschinsky-Denninghoff läßt durch seine ästherische und technische Perfektion den Gedanken aufkommen, daß hier gewissermaßen doppelt filtriert worden sei. Doch es ist weniger die Beschaffenheit des Resultats, die staunen macht, als der Umstand, daß bereits die Formierung der bildnerischen Idee im Zeichen einer Doppelverantwortlichkeit stand. Allerdings wird in den Zeichnungen, die „manches Mal gewissermaßen in der Klausur“ entstanden sind, eine Verschiedenheit des Idioms spürbar, wie sie in den plastischen Arbeiten nicht in Erscheinung tritt. So findet sich auch nur auf den Zeichnungen die individuelle Signatur.

Peter Anselm Riedl, in: Ausst.-Kat.: Matschinsky-Denninghoff, Heidelb. Kunstverein, 1984, S. 18.

Diese Art von Zusammenarbeit, die, so sehen wir das, ein Glücksfall ist, hat uns im Laufe der Jahre eine verhältnismäßig große Breite innerhalb unserer künstlerischen Äußerungen ermöglicht. Denn schließlich sind wir zwei Individuen, die beide ihre Phantasie und ihre Gedanken in dies gemeinsame Unternehmen einbringen. Nur liegen wir mit unserer Phantasie sehr dicht beieinander, gewissermaßen auf derselben Wellenlänge, so daß jeder…

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