Gespräche mit Kunstvermittlern , 2001

»Mein Ausgangspunkt ist natürlich immer Sigmar Polke, Polke als Urvater«

MARTIN HENTSCHEL, NEUER MUSEUMSCHEF IN KREFELD, IM GESPRÄCH MIT HELGA MEISTER

Martin Hentschel ist seit Anfang des Jahres Chef der Krefelder Museen, einer Stadt mit 240.000 Einwohnern. Große Sprünge kann er nicht machen, denn die Stadt ist arm und die Konkurrenz von Köln und Düsseldorf übermächtig. Der Polke-Spezialist kennt sich jedoch aus, er hat in Düsseldorf bei Beuys und in Bochum bei Max Imdahl studiert. Seit 1994 betreute er in Stuttgart 55 Ausstellungen, davon zwei Drittel selbst, darunter Ausstellungen von Erik Dietman, Michael Craig-Martin, Sam Taylor-Wood und Fabian Marcaccio. Mit dem Kunstverein Düsseldorf präsentierte er 1995 „Das Abenteuer der Malerei“. Malerei spielt insofern eine Rolle, als er selbst in der Beuys-Klasse gemalt hatte. Im Gespräch mit Helga Meister schildert er die Chancen, Hoffnungen und Wünsche, die er in seiner neuen Umgebung hegt.

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Helga Meister: Wie sehen Sie die Krefelder Museen im Verhältnis zu denen in Köln, Düsseldorf und Moyland, die teilweise mit Millionen-Etats ausgestattet sind? Gelangt Krefeld durch die Eröffnungen der Neubauten von Wallraf-Richartz, Kunstpalast und Ständehaus finanziell nun gänzlich ins Hintertreffen?

Martin Hentschel: Ich denke, dass sich die Etats auch in der Vergangenheit gravierend unterschieden haben. Die Krefelder Kunstmuseen sind in einer mittleren Stadt beheimatet und dementsprechend mäßig ausgestattet. Vergleichbare Städte sind eher Wuppertal oder Mönchengladbach. Dass wir uns mit Köln und Düsseldorf in den Finanzen nicht messen können, ist immer schon gewesen.

Aber der Abstand wird größer. Wie hoch ist Ihr Etat für Ausstellungen und Ankauf?

Für Ausstellungen beträgt er ganze 200.000…

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von Helga Meister

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