Titel: Obsessionen II · von Angela Stief · S. 120
Titel: Obsessionen II , 2014

Michaela Moscouw:

»Alles, was ich künstlerisch mache, berauscht mich. Ich kann gar nicht anders arbeiten.«

Ein Gespräch mit Angela Stief

Michaela Moscouw lässt sich in der Wiener Kunstszene nicht oft blicken. Sie lebt und arbeitet am Rande der Stadt und sucht sich häufig für die Herstellung, die Präsentation und die unmittelbare Auseinandersetzung mit ihrer Kunst Plätze im öffentlichen Raum – meistens in der Natur. Ihre Arbeit, die häufig einfache und leicht verfügbare Materialien und an erster Stelle den eigenen Körper nutzt, sträubt sich gegen Festschreibungen und manifestiert sich in unzähligen Selbstinszenierungen, die Michaela Moscouw in Tausenden von fotografischen Aufnahmen während ungefähr drei Jahrzehnten realisiert hat. Sie bilden den Kern eines konzeptuellen und obsessiven Werkes, das die Fotografie medial überschreitet und Formfindungsprozesse theoretisch und praktisch thematisiert. Dabei zeichnet sich die künstlerische Konfrontation mit dem Apparat als ambivalent besetztes Verhältnis zwischen wechselseitiger Kontrolle und Komplizenschaft aus, das schon in den 1980er und 90er Jahren Produktionsbedingungen verhandelte. Als steter Begleiter und stiller Beobachter gesellt sich ihr seit einigen Jahren die Videokamera zur Seite, die nicht nur Moscouws künstlerische Herstellungsverfahren und aktionistische Unternehmungen aufnimmt, sondern im zeitgleichen Ablauf die Produktion verdoppelt und die entstandenen Werke in ein diskursives und nicht repräsentatives Verhältnis setzt. Vor allem die Arbeiten der letzten Jahre erscheinen äußerst ephemer. Michaela Moscouws künstlerische und physische Bewegungen – ihr Stop-and-go vor der Kamera – verkörpern unprätentiöse Haltungen, die nicht nur für eine authentische Kunstproduktion stehen, sondern Institutionskritik leben.

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Angela Stief: Die filmisch wirkenden Foto-Serien Kenwood, Makulatur, Terex und Hellas, die von 2001–2004 entstanden sind, bestehen zusammen…

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